Zum Start der türkis-grünen Koalitionsverhandlungen drängt die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) auf den Erhalt eines gemeinsamen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, das für den Schulbereich ebenso wie für die Universitäten zuständig ist. Außerdem müssten die Ausgaben für den Hochschulsektor auf mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts - statt derzeit rund 1,5 Prozent -  gesteigert werden. Das sind zentrale Punkte in einem am Mittwoch vorgestellten ÖH-Forderungskatalog an die künftige Bundesregierung.

In diesem Papier finden sich auch die klassischen ÖH-Anliegen wie die Abschaffung aller Zugangsbeschränkungen. "Zugangsbeschränkungen sind immer sozial selektiv", begründete dies die stellvertretende ÖH-Vorsitzende Dora Jandl (Verband Sozialistischer StudentInnen/VSStÖ) bei einer Pressekonferenz. Außerdem führten sie immer zu einem Verdrängungseffekt in verwandte Fächer, die dann bald darauf selbst Beschränkungen verhängten - zuletzt etwa von der Medizin in die Biologie oder Chemie.

Automatische Erhöhung der Studienbeihilfe

Studiengebühren müssten abgeschafft und auf Prüfungsgebühren verzichtet werden, meinte Jandl weiter. Außerdem müssten Studenten sozial so abgesichert werden, dass niemand unter dem Existenzminimum leben müsse. Daher fordert die ÖH eine automatische jährliche Valorisierung der  Studien- und Familienbeihilfe sowie die Direktauszahlung der Familienbeihilfe an die Studierenden. Außerdem müssten für das Studium zu absolvierende Pflichtpraktika auch verpflichtend bezahlt werden.

Außerdem solle es ein über alle Hochschulsektoren einheitliches Studienrecht geben. In den Studienplänen sollten die Voraussetzungsketten abgeschafft werden - also Lehrveranstaltungen bzw. Prüfungen, deren Bestehen Voraussetzung für das Belegen anderer Lehrveranstaltungen ist. Dazu müssten wieder vermehrt Wahlfächer geschaffen werden, meinte Stellvertreter Desmond Grossmann (Fachschaftslisten).

Für ein veganes Gericht pro Tag in der Mensa

Neu gestaltet werden soll auch die Studieneingangs- und Orientierungsphase. In dieser müssten Studenten vor allem über die Möglichkeiten an der Hochschule informiert werden, erläuterte Jandl. "Im Mittelpunkt stehen muss das System Hochschule oder eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, nicht das Hinausprüfen."

ÖH-Vorsitzende Adrijana Novakovic (Grüne und Alternative Studierende) verlangte ein österreichweites Studierenden-Ticket für den öffentlichen Verkehr um 360 Euro pro Jahr sowie den Ausbau der Radinfrastruktur. In den Mensen müssten schließlich biologische und regionale Produkte angeboten sowie tierische Nahrungsmittel reduziert werden. Ziel sei ein veganes Gericht pro Tag an jeder Mensa. (apa)