Der Klimaschutz war am Mittwoch Hauptthema im Nationalrat. Umweltministerin Maria Patek verteidigte, was "trotz eingeschränkter Handlungsfreiheit"  zuletzt an Einzelmaßnahmen beschlossen worden seien. Die Fraktionen sahen das allerdings anders und richteten einen Nachbesserungsappell an die Bundesregierung.

Patek sprach von "einer der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit" und verteidigte den umstrittenen und zuletzt bereits von Experten heftig kritisierten Entwurf zum Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP). Den Parlamentariern war das nicht genug. Sie forderten die Bundesregierung in einem Entschließungsantrag auf, "den unionsrechtlichen Verpflichtungen im Klimaschutz vollumfänglich nachzukommen" und den NEKP entsprechend zu überarbeiten, "damit Österreich seine Klimaziele mit den darin beschriebenen nationalen Maßnahmen nachvollziehbar erfüllen kann". Dazu, so der von den Grünen eingebrachte Antrag, sollten Emissionen noch vor Mitte des Jahrhunderts über die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens hinaus auf Netto-Null reduziert werden.


Die Debatte war von Bekenntnissen zum Klimaschutz geprägt, wobei Neos und auch Grüne den langjährigen Regierungsparteien ÖVP und SPÖ Versäumnisse in den vergangenen Jahrzehnten vorhielten. ÖVP-Mandatarin  Ex-Umweltministerin Elisabeth Köstinger zeigte sich davon unbeeindruckt  und  sprach von der "größten Aufgabe und Herausforderung unserer Zeit", die noch nie so hoch auf der Agenda gestanden sei, wie gerade jetzt.

"Vertagungen rettten kein Klima"

SPÖ-Klubchefin Pamela Rendi-Wagner forderte rasches Handeln und schoss sich wie schon zuletzt erneut auf die Grünen ein. "Vertagungen retten kein Klima", warf sie diesen aus Rücksicht auf die ÖVP mangelnde Unterstützung für rote Anträge vor. Es stimme zwar, dass das Geld nicht auf den Bäumen wachse, wie Grünen-Klubchef Werner Kogler zuletzt argumentiert hatte: "Aber wenn wir nicht investieren, wird es bald keine Bäume mehr geben." Bei den Abstimmungen blieb die SPÖ letztlich sowohl mit ihrer Entschließung für eine Klimaschutzmilliarde als auch mit jener zu Klimaticket und flächendeckender LKW-Bemautung ohne weitere Unterstützer.

Der von der SPÖ kritisierte Kogler drehte den Spieß um und ortete "ein kollektives und kolossales Versagen mehrerer Vorgängerregierungen". Es gelte in den Regierungsverhandlungen, genauso aber auch im Parlament, nicht Einzelmaßnahmen zu treffen, sondern ein Gesamtpaket zu schnüren. Kogler appellierte für ein gemeinsames Vorgehen: "Unsere Hand ist ausgestreckt an alle Fraktionen, wenn es um die Bewältigung der Klimakrise geht."

FPÖ warnt vor neuen Belastungen

Erbost zeigte sich Neos-Mandatar Michael Bernhard. Wenn die ÖVP in dieser Frage mit dem Hausverstand argumentiere und die Naturwissenschaft nicht berücksichtige, "da krieg ich wirklich solche Kabel". Auch die SPÖ entdecke erst jetzt den Klimawandel für sich, von der FPÖ werde man in dieser Frage ohnehin nur ausgelacht.

Tatsächlich sprachen sich die Freiheitlichen gegen "neue Belastungen für die Menschen" und damit auch gegen eine CO2-Abgabe aus, wie deren Abgeordneter Walter Rauch betonte. Ihre im Budgetausschuss noch getätigte Unterstützung für den grünen Klimaschutzantrag zog die FPÖ zurück, weil ihr die angepeilte Emissionsreduktion auf Netto-Null zu weit ging. Für diesen blauen Zugang konnte sich nur eine einzige weitere Abgeordnete erwärmen, nämlich die fraktionslose Philippa Strache. (apa)