Auf Österreichs Straßen sollen immer mehr Elektro-Autos fahren. Damit wird auch der Bedarf an öffentlich zugänglichen Stromtankstellen steigen. Die Energieregulierungsbehörde E-Control hat nun ein Online-Ladestellenverzeichnis (www.ladestellen.at) entwickelt, das Autofahrern den nächsten öffentlichen Standort, die Ladeleistung und die Stecker-Art für das Laden ihres E-Autos zeigt.

Nach Eingabe des aktuellen Standortes findet das Tool zunächst die zehn nächstgelegenen Ladestellen. Diese werden sowohl auf einer Karte angezeigt als auch in einer Liste. Ein Preisvergleich unter den Stromtankstellen sei derzeit ebenso noch nicht möglich wie die Klärung der Frage, ob eine Ladestation gerade belegt ist oder frei, sagte E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am Mittwoch bei der Vorstellung des Verzeichnisses. Private Anbieter wie Verkehrsklubs könnten das Tool künftig auch als App anbieten.

In Summe gab es hierzulande bis zum Ende des dritten Quartals rund 3700 Normalladepunkte (bis 22kW) und etwa 530 Schnellladepunkte (ab 22kW). Im Online-Verzeichnis sind momentan rund 1780 Ladestellen abgebildet. Zur Erklärung: Eine Ladestelle kann gleich mehrere Ladepunkte enthalten - vergleichbar mit einer Tankstelle, die mehrere Zapfsäulen hat.

"E-Mobilität ist ein wesentlicher Baustein zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes und zur Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen", sagte Umweltministerin Maria Patek. Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 36 Prozent gegenüber 2005 auf 15,7 Millionen Tonnen CO2 reduziert werden - freilich aber nicht nur über E-Autos.

93 Millionen Förderung für E-Mobilität

Für die Jahre 2019 und 2020 hat die Regierung 93 Millionen Euro für Elektro-Mobilität vorgesehen. Der Staat fördert zum Beispiel Heimladestationen mit 400 Euro und den Ankauf eines E-Autos mit 3000 Euro. Laut austriatech-Daten gab es per September in Österreich fast 35.000 E-Fahrzeuge (Elektro, Plug-in Hybrid und Wasserstoff). Reine Elektro-Autos waren es 27.888.

Die Forderung des Verkehrsclub Österreich (VCÖ), der einen Rechtsanspruch auf Strom-Ladestationen in Wohnhausanlagen verlangt, findet Verkehrsminister Andreas Reichhardt nachvollziehbar und das gehöre in die Strategie aufgenommen.

Allerdings sei es nicht so einfach und liege nicht in Bundeskompetenz, so der Minister auf Nachfrage. Will etwa ein einzelner Wohnungseigentümer auf seine Kosten eine Ladestation in der Garage einer Wohnhausanlage installieren, ist die Zustimmung aller Miteigentümerinnen und Miteigentümer nötig. Ähnlich ist es bei Miet- und Genossenschaftswohnungen. (apa)