Neue Entwicklung in der Affäre um die Besetzung des FPÖ-Bezirkspolitikers Peter Sidlo zum Finanzvorstand der teilstaatlichen Casinos AG. Die außerordentliche Hauptversammlung der Aktionäre der Casinos Austria AG am 10. Dezember ist nunmehr fix. Der Vorstand sei verpflichtet, dem Verlangen nachzukommen, man habe die Hauptversammlung deshalb bereits einberufen, sagte Casinos-Pressesprecher Patrick Minar auf APA-Anfrage am Mittwoch. Der größte Aktionär, die Sazka-Gruppe, hat diese gefordert, um Finanzvorstand Peter Sidlo abzuberufen.

Die Justiz ermittelt im Zusammenhang mit der Bestellung Sidlos wegen des Verdachts, dass es zu einem Deal zwischen der FPÖ und dem Glücksspielkonzern Novomatic gekommen ist, wonach der FPÖ-Politiker in den Casinos-Vorstand im Gegenzug zu zusätzlichen Lizenzen für Novomatic einzieht. Gegen zehn Beschuldigte wird ermittelt, alle weisen die Vorwürfe zurück, es gilt die Unschuldsvermutung.

FPÖ-Chef Norbert Hofer könnte in seiner Zeit als Infrastrukturminister und Regierungskoordinator über das Tauziehen um den Casinos-Finanzvorstand zumindest informiert worden sein. Das geht aus Chat-Protokollen hervor, die "zackzack", das Onlinemedium der Liste Jetzt, am Mittwoch veröffentlicht hat. Hofers Sprecher wollte die Protokolle vorerst nicht kommentieren.

Hofer war laut Chatprotokoll Empfänger einer Information

Dem Bericht zufolge hat der FPÖ-nahe ÖBB-Finanzvorstand Arnold Schiefer am 6. Februar 2019 sowohl Strache als auch Hofer darüber informiert, dass die Bestellung von Peter Sidlo in den Casinos-Vorstand wackelt. "Habe gehört sidlo kommt nicht durch", heißt es laut dem Chatprotokoll. In weiterer Folge leitete Strache eine bereits ältere Nachricht von Novomatic-Chef Harald Neumann an Schiefer und Hofer weiter, in der dieser über den Widerstand der tschechischen Sazka-Gruppe gegen Sidlo informiert.

Den SMS-Protokollen zufolge beteiligte sich Hofer selbst nicht aktiv an der Diskussion. Er wird in dem Protokoll aber als Empfänger der Nachrichten angeführt. Zuletzt hatte Hofer im APA-Interview betont, in die Causa nicht involviert gewesen zu sein und nur aus den Medien über die Postenbesetzungen erfahren zu haben: "Das ist nicht über meinen Tisch gegangen im Rahmen der Koordinierung", sagte er. Und: "Ich habe es erst aus den Medien erfahren, welche Position wie besetzt ist."