19 Frauen wurden in diesem Jahr bereits von ihrem Partner, Ehemann oder Ex getötet. Hinter der extremsten Form der Gewalt, den Morden, stehen rund 18.500 Personen, die jährlich wegen Gewalt in der Familie in Gewaltschutzzentren betreut werden müssen. Der weit überwiegende Anteil der Opfer, 84 Prozent, sind Frauen und Mädchen. Umgekehrt stellt sich die Situation bei den Tätern dar: Neun von zehn Gefährdern sind männlich.

Der 25. November ist als Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen kein "Gedenktag", sondern ein Anlass für kämpferische Forderungen für mehr Gewaltschutz, insbesondere für Frauen – die SPÖ stellte ihre im Rahmen einer Pressekonferenz, die "Wiener Zeitung" erkundigte sich bei den anderen vier Parlamentsklubs nach den Maßnahmen, die in Österreich noch fehlen.

SPÖ-Frauen fordern vier Millionen Euro Soforthilfepaket

SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek. - © APA web / Georg Hochmuth
SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek. - © APA web / Georg Hochmuth

"Immer wieder erschüttern uns Berichte von Männern, die ihre Frauen und Kinder ermordet haben", sagt SPÖ-Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek. Die Taten beherrschten für kurze Zeit die Schlagzeilen. Dann legte sich die Aufregung wieder. "Das dürfen wir nicht hinnehmen!" Nach erneuter Kritik am von ÖVP und FPÖ noch vor der Wahl laut Heinisch-Hosek im "Husch-Pfusch-Verfahren ohne Justizausschuss und ohne mit den anderen Parteien zu reden durchgepeitschte" beschlossene Gewaltschutzgesetzespaket kommt die SPÖ-Frauensprecherin zu den Forderungen ihrer Partei, um den Gewaltschutz "sukzessive auszubauen" Es geht ihr um "mehr Geld für Prävention, um Gewalt zu verhindern", die SPÖ werde den Antrag für ein Soforthilfepaket über vier Millionen Euro, der in der vergangenen Legislaturperiode keine Mehrheit im Parlament fand, "selbstverständlich erneut einbringen". Hilfseinrichtungen müssten ausgebaut werden, dazu brauche es mehr Mittel für Prävention.

"Wir wissen, dass gerade die Zeit, wenn Frauen sich trennen wollen, besonders gefährlich ist", sagt Heinisch-Hosek. Frauen bräuchten in dieser Zeit unbedingt Hilfe und juristische Beratung. "Lange Wartezeiten, von denen Frauenberatungsstellen berichten, sind dabei katastrophal." Dazu fordern die SPÖ-Frauen Aufklärung, auch Anti-Gewalttrainings für Täter, einen besseren Schutz von Kindern. Letztlich solle ein Nationaler Aktionsplan gegen Gewalt erarbeitet werden, um Frauen und Kinder davor zu bewahren.