Über mangelende Berichterstattung kann sich die FPÖ dieser Tage eher nicht beschweren. Freilich, es ist nicht die Art der Berichte, die man sich als Partei im Allgemeinen wünscht. Immerhin, eine juristische Angelegenheit hat sich für die FPÖ am Freitag geklärt, nämlich eine Tangente in Sachen Ibiza.

FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp. - © apa/Hochmuth
FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp. - © apa/Hochmuth

Gegen die FPÖ seien keine Ermittlungen mehr anhängig, "rein juristisch ist diese Causa abgeschlossen", sagt FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker. In diesem Fall ging es um die Frage, ob gemeinnützige, FPÖ-nahe Vereine verdeckte Spenden angenommen haben.

Der Akt ist zwar Verschlusssache, aber offenbar hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gar keine Ermittlungen gegen heute führende FPÖ-Funktionäre eingeleitet. Gegen die Ibiza-Reisenden Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus sowie gegen den Multi-Vereinsobmann Markus Tschank wird nach wie vor ermittelt, bei den ebenfalls angezeigten Norbert Hofer, Herbert Kickl, Harald Vilimsky und eben Hafenecker hat sich der Anfangsverdacht nicht bestätigt. Es gab daher gar keine Ermittlungen, sagt Hafenecker.

Die große Entlastung ist diese Nachricht für die angeschlagene FPÖ aber nicht. Zu schwer wiegt die Casinos-Causa. Und nun tauchten noch Goldbarren in einem Haus der FPÖ-Wien auf, das kurioserweise im abgelegenen Defereggental in Osttirol steht.

Es handelt sich um die Pension "Enzian". Besitzer der Liegenschaft ist seit 2012 das "Freiheitliche Bildungsinstitut", das aber nur verwandt mit der gleichnamigen Parteiakademie der Bundespartei ist (Präsident: Herbert Kickl). Es heißt gleich, gehört aber der Wiener Landesgruppe. Darauf weist Hafenecker explizit hin. Allerdings fand in der Pension im März 2019 ein von der "echten" Parteiakademie veranstaltetes Rhetorikseminar statt. Das ist der Website zu entnehmen.

Das ist schon alles merkwürdig. Warum hortet eine Partei Gold? Die FPÖ-Wien schweigt dazu, um wie viel es sich handelt - Betriebsgeheimnis. Der neue Chef, Dominik Nepp, versuchte jedenfalls, der doch obskuren Gemengelage eine simple Erklärung entgegenzustellen. Es sei alles legal, das Geld stamme aus Parteivermögen und keinen "ominösen Quellen". Der Goldfund, über den "Profil" zuerst berichtete, hatte in den vergangenen Tagen die Fantasie vieler angeregt, inklusive Motivdeutungen ("Rückzugsort für Tag X"). Nepp sagte, dass man Rücklagen gebildet und sie aufgrund der Finanzkrise 2008 eben in Gold angelegt hatte.