Für eine Koalition von ÖVP und SPÖ spricht, dass 45 Prozent der ÖVP-Wähler diese Variante bevorzugen, nur 23 Prozent der ÖVP-Wähler wären für Schwarz-Grün auf Landesebene.

Schwarz-Blau unwahrscheinlich

Eine Koalition von ÖVP und FPÖ hätte zwar eine knappe Mehrheit, ist aber eher unwahrscheinlich. Schon alleine deshalb, weil Landeshauptmann Schützenhöfer nur wenig Berührungspunkte zu Blau hat. Landesparteichef Mario Kunasek, der mit seinem Neuwahlantrag die Vorverlegung der Wahl ausgelöst hat, wurde aber abgestraft. Sehr wahrscheinlich ist der blaue Verlust von fast zehn Prozentpunkten dem Bundestrend geschuldet. Ibizagate und die Spesenaffäre ihres früheren Parteichefs Heinz-Christian Strache haben Spuren hinterlassen, hinzu kam die hausgemachte Liederbuchaffäre. Und schließlich wissen potenzielle FPÖ-Wähler gerade nicht so recht, welche FPÖ sie wählen: Jene mit dem harten Oppositionskurs von Herbert Kickl oder doch eine, die auf einen moderaten Politikkurs à la Norbert Hofer setzt. Zudem ist Straches Zukunft in der Partei noch nicht restlos geklärt. Am "blauen Montag" gab es dazu noch keine Entscheidung, aber der letzte Auftritt von Strache könnte zu seinem Parteiausschluss führen.

Strache will zurück

In einem Facebook-Posting hat der Ex-Parteichef nämlich sein politisches Comeback ins Spiel gebracht. In einem Kommentar auf der "Heute"-Facebook-Seite bot er an, sich einer Basisabstimmung der Wiener Landespartei zu stellen. "Ich biete der FPÖ die Aufhebung meiner Suspendierung (diese war eine nicht freiheitliche Vorverurteilung) und Rückkehr als Wiener Parteichef an", postete Strache in seinem Kommentar. "Machen wir eine demokratische Basis-Abstimmung wer die FPÖ in die Zukunft und Wiener Wahl 2020 führen soll!" FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker kann dieser Idee wenig abgewinnen: "Ich würde ihm raten, in Selbstreflexion einzutauchen."

Neos schaffen Einzug

Mit "riesengroßer Freude" hat Grünen-Spitzenkandidatin Sandra Krautschwaschl das historisch beste Ergebnis der Grünen in der Steiermark zur Kenntnis genommen. Sich schon Anfang 2019 für eine neue Spitzenkandidatin zu entscheiden, hat sich für die steirischen Ökos als Goldgriff erwiesen. Die Grünen könnten bald die zweite Landeshauptstadt erobern - in Graz liegen sie fast gleichauf mit der ÖVP. Die neue Landtagsstärke könnte allerdings verpuffen, wenn sich ÖVP und SPÖ auf eine Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit einigen - schließlich haben beide Parteien das Klimathema zur Chefsache erklärt.

Die KPÖ ist ein steirischer Sonderfall. Sie hat sich mittlerweile etabliert und punktet bei der Bevölkerung mit sozialpolitischer Glaubwürdigkeit, schließlich verzichten die Mandatare auf einen Teil ihres Gehalts zugunsten eines Fonds, den sie für Menschen in Not einsetzen. KPÖ-Chefin Claudia Klimt-Weithaler hält wenig vom Polit-Sprech.

Freude herrschte am Sonntag auch bei den Neos. Sie haben mit Niko Swatek an der Sitze ein Grundmandat in Graz Umgebung und somit den Einzug in den sechsten Landtag geschafft. Swatek nannte das "ein großartiges Ergebnis".