Die Abwärtsspirale der SPÖ reißt nicht ab. Die Partei ist mit derzeit 14,9 Millionen Euro hoch verschuldet. Durch das historisch schlechteste Ergebnis bei der Nationalratswahl im vergangenen September entgehen der Partei obendrein etwa zwei Millionen Euro aus der Parteienförderung. Die SPÖ muss sparen – auch bei ihren Mitarbeitern. Bei einer Betriebsversammlung am Dienstagvormittag verkündeten die angeschlagene Parteichefin Pamela Rendi-Wagner und ihr Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch das, was die Parteimitarbeiter über das Wochenende zu ihrem Ärger aus den Medien erfuhren: Das Personal wird reduziert. 27 der 102 Mitarbeiter der Parteizentrale in der Wiener Löwelstraße wurden beim AMS zur Kündigung angemeldet.

Wie viele Mitarbeiter am Ende tatsächlich gekündigt werden, lässt die Partei offen. Deutsch hofft, dass bis dahin einige davon einen anderen Job gefunden haben. Man arbeite auch gemeinsam mit dem Betriebsrat an Lösungen. Unklar bleibt – auch für die rote Belegschaft –, in welchen Bereichen in der Löwelstraße konkret eingespart wird. Die Zahl der Mitarbeiter wird sich zusätzlich durch Pensionierungen und auslaufende Verträge reduzieren. Um wie viel Personal es hier geht, dafür nannte Deutsch bei einem Hintergrundgespräch keine Zahlen. "Wir werden mit weniger Mitarbeitern mehr leisten müssen", hielt Rendi-Wagner fest, der die Kündigungen "menschlich sehr nahe" gehen.

Umstrittener Beratervertrag soll aufgelöst werden

Wie aus den Rechenschaftsberichten der Parteien hervorgeht, hatte die SPÖ in der jüngeren Vergangenheit höhere Personalkosten als alle anderen Parteien. Im Wahljahr 2017 hatte die SPÖ beispielsweise 6,1 Millionen Euro auf dieser Position verbucht, die ÖVP 900.000 Euro weniger. Indirekt kritisierte Rendi-Wagner auch ihren Vorgänger Christian Kern. 2015/16 hätten noch 86 Personen in der Löwelstraße gearbeitet. Unter Kern wäre der Mitarbeiterstab deutlich angewachsen.

Eine prominente Rote schmiss bereits hin. Die stellvertretende Bundesgeschäftsführerin Andrea Brunner gab überraschend ihren Rückzug bekannt. In einem längeren Facebook-Posting schrieb Brunner: "Ich habe mich immer als Mittlerin zwischen Bundesgeschäftsführung und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gesehen und das ist angesichts der aktuellen Situation nicht mehr möglich." Das bedeute "auch eine Einsparung". Brunner bleibt aber Bundesfrauengeschäftsführerin und Leitende Sekretärin der SPÖ.