Die Altersteilzeit als gleitender Übergang in die Pension ist beliebt. Wegen der steigenden Kosten hat die türkis-blaue Koalition den Zugang seit Beginn des heurigen Jahres erschwert. Altersteilzeit mit reduzierter Arbeitszeit und teilweisem Lohnausgleich mit Zuschuss des Arbeitsmarktservice (AMS) kann seither erst später genützt werden: von Männern ab 59 Jahren; von Frauen, die nach dem 2. Dezember 1964 geboren wurden, ab 56 Jahren und sechs Monaten. Die Effekte der Maßnahme: Während heuer im Jänner mit knapp 45.000 Personen ein Rekord an Personen in Altersteilzeit verzeichnet wurde, ist die Zahl bis Oktober um rund 1800 auf 43.055 gesunken, wie die aktuellen Daten des AMS zeigen.

"Das ist ganz eindeutig so, dass die Anhebung den Zugang zur Altersteilzeit gebremst hat", wurde der "Wiener Zeitung" beim Arbeitsmarktservice erklärt. Allerdings hat die Altersteilzeit im vergangenen Jahr vor der Verschärfung einen Boom erlebt. Die Zahl der Teilnehmer ist von 37.647 im Jänner 2018 auf 43.846 im Dezember hochgeschnellt.

Für die Zunahme der Altersteilzeit in den vergangenen Jahren werden vor allem zwei Gründe genannt: Die Altersteilzeit, die für maximal fünf Jahre in Anspruch genommen werden kann, wird nach der Verschärfung der Regelungen beim Zugang zur Frühpension als Alternative genützt, um mit reduzierter Arbeitszeit schrittweise den Ruhestand anzutreten. Der deutliche Anstieg von Personen in Altersteilzeit wurde besonders nach den Verschärfungen bei der Hacklerfrühpension und der Invaliditätspension im Jahr 2014 registriert. Als zweiter Hauptgrund gilt die demografische Entwicklung, die Zahl der älteren Beschäftigten, die auf das Pensionsalter zugehen, wächst.

Das AMS rechnet heuer mit Kosten von 548 Millionen Euro

Deswegen sind in den vergangenen Jahren die Kosten für die Zuschüsse zur Altersteilzeit gestiegen. Allein für heuer hat das AMS die Aufwendungen mit 548,5 Millionen Euro veranschlagt. In Summe machen die Ausgaben für die Altersteilzeit seit dem Jahr 2000 bisher 6,5 Milliarden Euro aus. Für die kommenden fünf Jahre ab 2020 wird vom AMS mit weiteren Kosten von 1,14 Milliarden Euro gerechnet.

Grundsätzlich muss bei der Altersteilzeit die Arbeitszeit um 40 bis 60 Prozent vermindert werden, für einen Teil gibt es einen Zuschuss als Lohnausgleich. Es gibt zwei Modelle: eine kontinuierliche Reduktion der Arbeitszeit oder ein Blockmodell mit Arbeits- und anschließender bezahlter Freizeitphase. Bei letzterer muss eine Ersatzarbeitskraft eingestellt werden. Gerade das Blockmodell ist von Experten kritisiert worden, weil es praktisch einen früheren Ausstieg aus dem Berufsleben ermöglicht.