Wien. Der ÖAAB-Vertreter im Überleitungsausschuss der neuen Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), Martin Schaffenrath, lehnt die Wirtschafts-Forderung nach einer Verschärfung bei Krankenständen dezidiert ab. Im Gespräch mit der APA sagte Schaffenrath, er würde in der Sitzung am Dienstag "sicher dagegen stimmen". Er glaube aber nicht, dass die Wirtschaft ihre Pläne wie kolportiert einbringen werde.

Im Überleitungsausschuss haben Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter eine 6:6-Parität. Da aber auf Arbeitnehmerseite mit Schaffenrath ein ÖAAB-Vertreter sitzt, war von roten Gewerkschaftern die Befürchtung geäußert worden, dass dieser der Wirtschaft eine Mehrheit für ihre Pläne verschaffen könnte.

Diesen Befürchtungen trat Schaffenrath nun entschieden entgegen. Die Pläne der Wirtschaft kommen für ihn "fast einer Mißtrauens- und Kontrolleuphorie" gleich. Arbeitnehmer dürften aber nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Missbrauch gehöre abgestellt, das solle aber nach objektiven Kriterien geschehen.

Es könne nicht so sein, dass Unternehmer eine Überprüfung des Krankenstandes nicht nur anregen, sondern auch anordnen könnten und der Arbeitnehmer so dem Dienstgeber ausgeliefert wäre, meinte Schaffenrath. Und dass die Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit auch die Ursache des Krankenstandes sowie die ärztlich angeordneten Ausgehzeiten bzw. Bettruhe beinhalten soll, ist für Schaffenrath "ein Ding der Unmöglichkeit".