Wien. Für Pensionisten kommt es im neuen Jahr zu einigen Neuerungen. Ein großer Teil der Pensionen wird 2020 deutlich über der Teuerungsrate angehoben. Im Vorfeld der Nationalratswahl Ende September wurde vom Nationalrat beschlossen, dass davon vor allem Bezieher niedriger Pensionen profitieren sollen.

Pensionen bis 1111 Euro im Monat werden demnach um 3,6 Prozent erhöht. Zum Vergleich: Die Teuerungsrate, nach welcher sich die Pensionsanhebung laut Gesetz richten sollte, liegt bei 1,8 Prozent. Bei Pensionen zwischen 1112 und 2500 Euro monatlich wird die Anhebung von 3,6 Prozent sukzessive auf 1,8 Prozent gesenkt. Für Pensionen von 2500 Euro bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 5370 Euro im Monat macht die Anhebung 1,8 Prozent aus. Bei höheren Pensionen erfolgt die Erhöhung um einen Fixbetrag von 94 Euro.

Die Ausgleichszulagen (Mindestpensionen) werden ebenfalls um 3,6 Prozent erhöht. Für Alleinstehende liegt diese 2020 bei 966,65 Euro, für Ehepaare bei 1472 Euro. Sonderregelungen gibt es allerdings für Personen mit langer Versicherungsdauer. Nach 30 Arbeitsjahren beträgt die Ausgleichszulage demnach 1080 Euro. Neu ist die günstigere Regelung nach 40 Versicherungsjahren: In diesen Fällen sind für Alleinstehende 1315 Euro brutto vorgesehen, bei Ehepaaren sind es 1782 Euro.

Eine günstigere Regelung wurde außerdem für jene beschlossen, die neu in Pension gegangen sind. Anders als in der Vergangenheit wird für sie die erste Pensionserhöhung bereits mit Beginn des Jahres nach ihrem Pensionsantritt fällig, während sie bisher bei der Erhöhung auf das Folgejahr warten mussten.

Abschlagsfrei mit 62 Jahren in Frühpension

Eine weitere wichtige Änderung betrifft den erleichterten Zugang in die Frühpension nach langer Versicherungsdauer, die sogenannte "Hacklerregelung".

Arbeitnehmer, Bauern und Gewerbetreibende können ab Beginn des neuen Jahres nach 45 Arbeitsjahren mit 62 ohne Kürzungen (Abschläge) in den Ruhestand gehen. Auch diese günstigere Regelung wurde im Vorfeld der Nationalratswahl im September 2019 im freien Spiel der Kräfte im Parlament beschlossen.

Allerdings gilt diese Sonderregelung der Hacklerpension ohne Abschläge nicht für Beamte. Und auch nicht für die knapp 50.000 Pensionisten in der gesetzlichen Pensionsversicherung, die seit der Verschärfung 2014 mit Abschlägen mit 62 Jahren vorzeitig in Pension gegangen sind.(ett)