Laut Spiel brauche es eine bessere Stadtplanung für eine bessere Durchmischung in den Klassen, die fehlt im türkis-grünen Programm. Für einen Ausgleich sorge auch der Chancenindex. Der ist mit dabei, zumindest für 100 "Schulen mit besonderen Herausforderungen", die im Pilotversuch "anhand eines zu entwickelnden Chancen- und Entwicklungsindex" mehr Geld für Schulentwicklung bekommen sollen. Das wiederum begrüßt Philipp Schnell, Bildungsexperte der Arbeiterkammer Wien, die seit Jahren für einen Chancenindex plädiert.

Schließlich zeigt sich am Beispiel der Volksschulen, dass 80 Prozent einen mittleren Grad an Herausforderungen haben, weniger als ein Prozent keine, und dass diese bei rund 20 Prozent der Volksschulen österreichweit groß oder gar sehr groß sind. Und: "Wien sticht hier heraus. Da haben 60 Prozent große Herausforderungen", sagt Schnell. Auch in Steyr, Wels und Linz gebe es mehr solcher Schulen: "Es ist ein urbanes Phänomen."

Schulentwicklung kann mehr Teamteaching, mehr Sprachförderung genauso wie mehr psychologische Betreuung oder Sozialarbeit bedeuten - der Ausbau Letzterer steht ebenfalls am Plan. Um die Chancen an den Volksschulen zu erhöhen, wären laut Statistik-Austria-Rechnung 3000 bis 3100 Vollzeit-Stellen an Volksschulen notwendig, das macht zusätzliche 176 Millionen Euro jährlich. Schnell hofft auf ein Ausrollen nach den Piloten, denn: "Bremen hat vorgezeigt, dass vorher sozial Benachteiligte nach fünf Jahren einen durchschnittlichen Lernerfolg hatten. Und der sank nicht ab, das Niveau wurde also insgesamt besser."