Am 26. Jänner wird in 567 der 573 niederösterreichischen Gemeinden der Gemeinderat neu gewählt. Weil es in Niederösterreich keine Bürgermeisterdirektwahl gibt, wird dieser dann vom Gemeinderat gewählt.

"Eine erste Testwahl nach der türkis-grünen Regierungsbildung auf Bundesebene ist das aber nicht", erklärte Politikwissenschafter Fritz Plasser gegenüber der "Wiener Zeitung" "Gemeinderatswahlen können ganz erstaunlich von Bundeswahlen abweichen, weil lokale Faktoren eine große Rolle spielen." Die Wählerinnen und Wähler seien sich dessen bewusst, dass es sich bei Gemeinderatswahlen nicht um Testwahlen handle. Hier gehe es um Vertrauen, um Persönlichkeiten und um die Arbeit vergangener Jahre. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) können daher am 26. Jänner aus den Wahlergebnissen keine Schlüsse für ihre Zusammenarbeit ziehen.

Das Land Niederösterreich dokumentiert diese Tatsache auch damit, dass die Ergebnisse nicht zu einem fiktiven Gesamtergebnis zusammengefasst werden.

Insgesamt werden 11.640 Mandate im größten Bundesland vergeben. Es treten 1851 Listen beziehungsweise Wahlparteien an, um sieben mehr als 2015. Wahlberechtigt sind 1.459.072 Menschen (750.502 Frauen und 708.570 Männer). Das sind 38.455 Wahlberechtigte weniger als 2015. Landtagspräsident und Leiter der Landeshauptwahlbehörde Karl Wilfing (ÖVP) begründete dies mit einer Bereinigung der Wählerverzeichnisse hinsichtlich der Zweitwohnsitze.

Die Statutarstädte St. Pölten, Krems und Waidhofen a.d. Ybbs wählen traditionell zu anderen Terminen. In Wiener Neustadt - ebenfalls eine Statutarstadt - dagegen wird gewählt.

In 2543 Wahlsprengeln plus fliegenden Wahlkommissionen werden mehr als 35.000 Helfer tätig sein. Es gibt unverändert amtliche und nicht-amtliche Stimmzettel, wobei Letztere den Namen eines oder mehrerer Kandidaten beinhalten dürfen. In den meisten Gemeinden dürfen Kandidaten gereiht werden. Nicht mehr erlaubt sind hingegen Wahlslogans oder Hinweise auf Projekte. Was die Gültigkeit betrifft, gelte der Grundsatz "Name vor Partei", erklärte Wilfing. Kandidaturen in mehreren Gemeinden seien nach wie vor erlaubt, die Annahme von mehr als einem Mandat sei hingegen nicht mehr möglich.

Absolute Nummer eins ist die Volkspartei nicht nur im Land, sondern auch in den Gemeinden. Sie (und ihr nahe Listen) hat in 426 der 567 Gemeinden, in denen gewählt wird, die Mehrheit (382 Mal absolut, 44 Mal relativ) und stellt aktuell 431 Bürgermeister. Die ÖVP tritt auch als einzige Partei in allen 567 Gemeinden an. Sie ist dabei sogar 570 Mal vertreten. In Pöggstall und Münichreith-Laimbach (beide Bezirk Melk) sowie in Tullnerbach (Bezirk St. Pölten) gibt es jeweils gleich zwei ÖVP-nahe Listen. In acht Gemeinden ist die Gemeinderatswahl bereits entschieden, denn es steht nur eine Partei zur Wahl - die Volkspartei.