Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) twitterten Fotos, auf denen sie Schilder mit der Aufschrift #WeRemember (Wir erinnern uns) hochhielten: Zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust beteiligt sich auch die österreichische Regierungsspitze an einer Gedenkkampagne in den sozialen Netzwerken. ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian machte ebenfalls mit.

Die bereits seit mehreren Jahren laufende Kampagne soll Bewusstsein schaffen, warum es wichtig ist, sich der Ereignisse vor mehr als sieben Jahrzehnten zu erinnern. Als Sinnbild für die Gräuel des Holocaust gilt das NS-Vernichtungslager Auschwitz, das am heutigen Tage vor 75 Jahren von Truppen der Roten Armee befreit wurde. Der Tag der Auschwitz-Befreiung wird seit dem Jahr 2006 weltweit als Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begangen.


Kurz` Text unter dem #WeRemember-Foto, das er am Sonntagabend twitterte, lautete jedenfalls folgendermaßen: "Am 27. Jänner gedenken wir der über sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Welt diese Gräuel niemals vergisst und entschlossen gegen alle Formen von Antisemitismus und Antizionismus ankämpft."

Bereits am Freitag hatten Vizekanzler Kogler sowie seine Grüne Regierungskolleginnen Alma Zadic, Rudolf Anschober und Ulrike Lunacek Tweets mit #WeRemember-Fotos versendet. "Nie wieder. Es ist unser aller Pflicht, die Geschichte zu kennen und heute geschlossen denen entgegenzutreten, die Rassismus und Antisemitismus salonfähig machen wollen. Denn der von den Nationalsozialisten organisierte Massenmord darf nie vergessen werden", so Kogler.

"Das große Böse kommt in vielen kleinen Schritten"

"Die Geschichte hat gezeigt; das große Böse kommt in vielen kleinen Schritten. Die Shoah darf sich nicht wiederholen und es liegt in unser aller Verantwortung, die Erinnerung wach zu halten u die Vorzeichen rechtzeitig zu erkennen", schrieb Justizministerin Zadic. Sozialminister Anschober forderte: "Wir müssen die Geschichte an künftige Generationen weitergeben und vereint gegen Hetze und Spaltung auftreten." Ähnlich äußerte sich auch Lunacek, die betonte: "Verbrechen gegen die Menschlichkeit dürfen niemals vergessen werden."

ÖGB-Präsident Katzian betonte: "Gewalt und Rassismus sind keine Phänomene der Vergangenheit, sondern tägliche Herausforderung. Niemals vergessen!"

Auch Kardinal Christoph Schönborn twitterte: "Christen können nicht Antisemiten sein. Nie dürfen wir das unvorstellbare Leid vergessen, das unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern angetan wurde. Auch nach 75 Jahren bleibt die Frage aktuell: Wie konnte so etwas mitten unter uns geschehen?" Der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer warnte in einer Aussendung vor einer "steigenden Tendenz der Verharmlosung oder gar Leugnung" der Holocaust-Verbrechen. Es sei keine Option zu vergessen, denn das Vergessene komme "unversehens, unerkannt" zurück. (apa)