Wien. Mit 1. Juli 2020 tritt die Reform der Finanzverwaltung in Kraft. Damit werden die 40 Finanzämter zu einem "Finanzamt Österreich" zusammengelegt, auch die neun Zollämter fusionieren. Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) hat nun die Leitungspositionen für neue Finanzverwaltung ausgeschrieben.

"Die Neugestaltung der Finanzverwaltung ist ein zentrales Projekt des Ressorts und deshalb wollen wir hier rasch in die Umsetzung kommen. Mit der neuen Struktur verkürzen wir die Verfahren für die Steuerzahler, verbessern das Service für Bürger und Unternehmen und gehen gezielter gegen Betrug und Steuerhinterziehung vor", sagte Blümel der APA.

Aus 40 werden 5

Derzeit sind rund 11.000 Personen in der Finanzverwaltung beschäftigt. Ihre Dienststellen werden nun neu organisiert. Aus 40 Finanzämtern, neun Zollämtern, der Großbetriebsprüfung, Steuerfahndung und der Finanzpolizei werden fünf Ämter: Ein Finanzamt Österreich, ein Zollamt Österreich, ein Finanzamt für Großbetriebe, ein Amt für Betrugsbekämpfung und ein Prüfdienst für lohnabhängige Abgaben und Beiträge. Mit der aktuellen Ausschreibung stellt das Ministerium die Weichen, dass der Echtbetrieb der fünf neuen Ämter Anfang Juli starten kann.

Für die Steuerpflichtigen soll die Neuorganisation raschere und auch einheitlichere Entscheidungen bringen. So soll etwa die Verfahrensdauer der Arbeitnehmerveranlagung und Familienbeihilfe zukünftig rund 2,5 Tage schneller abgewickelt werden. Außerdem soll ein Wohnsitzwechsel in einen anderen Finanzamtsbezirk nicht mehr mit der Vergabe einer neuen Steuernummer verbunden sein. Eine Ausdünnung der Finanzamtsstruktur ist nach Angaben der Ministeriums nicht geplant.

Regionale Standorte bleiben

Die Zusammenlegung der Ämter erfolge unter der Beibehaltung der regionalen Standorte. Damit bleiben Anlaufstellen in den jeweiligen Regionen erhalten. Jeder Standort könne nun auf den Steuerakt zugreifen und diesen bearbeiten. Ebenso könne durch die damit geschaffene direkte Abstimmung der Betrugsbekämpfungseinheiten effizienter gegen Betrug vorgegangen werden.

"Damit schaffen wir eine moderne Verwaltung, die Stärken bündelt und die regionale Verankerung sicherstellt. Künftig können die Finanzämter Spitzen besser abfedern und sich gegenseitig aushelfen. Das entlastet die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verkürzt die Bearbeitungsdauer", sagte Finanzminister Blümel.(apa)