Die Indexierung der Familienbeihilfe war eines der Prestigeprojekte der türkis-blauen Regierung. Allerdings eines, das bereits zuvor, im Frühjahr 2017, mit der SPÖ unter Kanzler Christian Kern ausverhandelt worden war, dann aber doch nicht umgesetzt wurde. Die EU-Kommission hatte auf die mutmaßliche EU-Rechtswidrigkeit des Plans hingewiesen, dann platzte die große Koalition ohnehin vorzeitig.

Mit der FPÖ als Partner setzte die ÖVP die Indexierung 2018 durch und nahm auch ein Vertragsverletzungsverfahren der EU in Kauf. Die beiden Parteien erhofften sich dadurch Einsparungen in der Größenordnung von 114 Millionen Euro. Herausgekommen sind nun allerdings lediglich 62 Millionen Euro. Das geht aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung der Neos hervor. Bei der Indexierung wird das Kindergeld für im Ausland lebende Kinder an die dortigen Lebenshaltungskosten angepasst, auch wenn ihre Eltern in Österreich in den Familienlastenausgleichsfonds (Flaf) einzahlen.

Laut der Anfragebeantwortung durch die zuständige Familienministerin Christine Aschbacher (ÖVP) erhielten im Vorjahr rund 137.100 im EU-Ausland lebende Kinder Leistungen (Familienbeihilfe, Kinderabsetzbetrag), obwohl sie nicht bei ihren Eltern in Österreich leben. Der Großteil davon erhält allerdings nur eine Zuzahlung. In diesen Fällen beziehen die Eltern im Herkunftsland eine Familienleistung. Da sie aber in Österreich beschäftigt sind, muss die Republik einen Differenzbetrag auf das österreichische Niveau überweisen. Dieses Niveau wurde durch die Indexierung verringert.

Die genaue Anzahl der Kinder und der Staaten, in denen sie wohnen, legt das Ministerium nur für die Bezieher der vollen Leistung vor. Das waren im Vorjahr 28.610 Kinder – um 654 mehr als im Jahr 2018. Die mit Abstand meisten dieser Kinder waren in Ungarn wohnhaft (9299), danach folgen die Slowakei (4126) und Rumänien (3152). Bei der Slowakei ist die Zahl der Vollbezieher rückläufig.