In der schier unendlichen Geschichte um den Kauf der Eurofighter-Abfangjäger 2003 und Zahlungen in diesem Zusammenhang fühlt sich die  Republik Österreich geprellt. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hat am Montag, wie der "Wiener Zeitung" im Heeresressort erklärt wurde, die interne Task Force beauftragt, nach Aussagen in den USA die etwaigen weiteren Schritte gegen den Eurofighter-Hersteller zu klären.

Auslöser sind brisante Aussagen der Eurofighter-Mutter Airbus in den USA, über die das Nachrichtenmagazin "Profil" berichtet hat. Während drei parlamentarische Eurofighter-Untersuchungsausschüsse keinen endgültigen Beweis über Schmiergeldzahlungen rund um die Eurofighter-Anschaffung während der schwarz-blauen Regierungszeit unter Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zu Tage fördern konnte, hat Airbus in einem Deal mit den amerikanischen Justizbehörden Verstöße gegen Antikorruptionsbestimmungen in Österreich eingestanden. Das Unternehmen habe rund 55 Millionen Euro an politischen Zuwendungen und Provisionen beim Eurofighter-Geschäft in Österreich "bezahlt, angeboten oder zu zahlen akzeptiert". In Österreich sind Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft im Laufen.

Treffen der Heeresministerin mit der Finanzprokuratur

Verteidigungsministerin Tanner hat bereits am Wochenende als Reaktion Wiedergutmachung durch den Eurofighter-Hersteller verlangt. Am Montag hat sie sich mit dem Chef der Finanzprokurator, Wolfgang Peschorn, der in der Übergangsregierung zuletzt einige Monate lang Innenminister war, getroffen und das weitere Vorgehen beraten. Ergebnis der Aussprache ist, dass nun die im Ressort bestehende Task Force unter der Leitung des Chefs der Revisionsabteilung, Generalmajor Hans Hamberger, das "Geständnis" von Airbus in den US analysieren. Danach wird über das weitere Vorgehen wegen Forderungen Österreichs entschieden.