Bereits der bewusste Verzicht des Wiener Krankenhauses in Floridsdorf, Kreuze in Patientenzimmern aufzuhängen, zog eine intensive politische Debatte nach sich. Nun ist diese Diskussion zusätzlich um einen bereits seit Jahren immer wieder viel diskutierten Punkt reicher. Die Präsidentin der Richtervereinigung, Sabine Matejka, spricht sich in "ORF Wien heute" klar gegen religiöse Symbole im Gerichtssaal aus - also auch gegen Kreuze. Matejka fordert dahingehend eine einheitliche Lösung dafür von Justizministerin Alma Zadic ein. Derzeit kann der Gerichtspräsident oder Gerichtsvorsteher darüber entscheiden, ob ein Kreuz im Gerichtssaal aufgehängt wird oder nicht.

"Wir fordern eine umfassende Neutralität", sagt Matejka. Die Diskussion beginnt für Präsidentin der Richtervereinigung genauso bei der Frage, ob eine Richterin ein Kopftuch tragen oder ein Kreuz im Gerichtssaal an der Wand hängen kann. "Wir sehen das umfassend, wir behandeln auch alle Religionen was das betrifft gleich. In der Politik wird da halt leider differenziert."

An den Gericht ist das Kreuz eigentlich kein Thema

An sich sei das Kreuz im Gerichtssaal allerdings bereits im Verschwinden begriffen. "An den Gerichten ist das eigentlich kein Thema", sagt Matejka. "In den Gerichtssälen hängt grundsätzlich kein Kreuz an der Wand, es gibt auch keine Regelung, dass das so sein müsste." In alten und historischen Gebäuden könne das Kreuz noch vorkommen. "Aber die Regel ist das nicht."

Justizministerin Zadic (Grüne) sprach sich bereits am 14. Jänner im ORF-"Report" ganz allgemein gegen religiöse Symbole in öffentlichen Gebäuden aus. Ihrer Meinung nach könnten öffentliche Gebäude in einem säkularen Staat auch ohne religiöse Symbole auskommen. Zadic räumte für sich aber ein: "Das ist aber meine Meinung, die in Österreich nicht mehrheitsfähig ist, und das ist okay."