Es war eine Premiere: Vor der Nationalratssitzung am Donnerstag trafen die Nationalratsabgeordneten von ÖVP und Grüne zu einer ersten gemeinsamen Sitzung zusammen. Erstes Ergebnis: beide Fraktion wollen sich besonders für den Ausbau von Bahnprojekten in der Steiermark einsetzen, vorrangig ist dabei die Pyhrnstrecke.

 Die gemeinsame Achse ist zwar auf Bundesebene nicht ungewöhnliche, weil seit Anfang Jänner die türkis-grüne Bundesregierung im Amt ist. Die Zusammenarbeit der Parlamentarier von ÖVP und Grünen aus der Steiermark ist aber unter dem Gesichtspunkt bemerkenswert, weil in der Steiermark knapp vor Weihnachten die Fortsetzung der ÖVP-SPÖ-Landesregierung unter Führung von Hermann Schützenhöfer (ÖVP) paktiert worden ist.

Im Hohen Haus haben sich zehn steirische ÖVP-Abgeordnete und drei von den Grünen zusammengetan, angeführt vom früheren ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka und der grünen Mandatarin Bedrana Ribo aus Graz. Lopatka erklärte im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" danach, dass man sich verständigt habe, sich vorrangig für den Ausbau der Bahnprojekte in der Steiermark einzusetzen. Dies vor allem auch deswegen, weil man mit einer besseren Verkehrsanbindung die steirische Industrie unterstützen wolle.

Vorrangig ist dabei der Ausbau der Pyhrnbahnstrecke in der Obersteiermark. Damit soll auch die Anbindung in Richtung Deutschland verbessert werden. Diesbezüglich wollen die steirischen Mandatare von ÖVP und Grüne Druck machen. Ebenfalls aufs Tempo drücken wollen sie beim Ausbau der Koralmbahn in Richtung Kärnten. Schließlich gehe es auch um die Unterstützung für die Bahnstrecke in der oststeirischen Thermenregion.

Das nächste Treffen des neuen türkis-grünen Bündnisses der steirischen Parlamentarier ist für Mai vorgesehen. Bei dieser Sitzung wolle man dann, was die Bahnprojekte betrifft "Nägel mit Köpfen" machen, betont Lopatka. Man werde aber jedenfalls darauf drängen, die Vorhaben in möglichst rascher Zeit umzusetzen.