Das freiwillige Pensionssplitting zwischen Vätern und Müttern wird jetzt doch zunehmend beliebter. Das zeigt eine neue Statistik der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), deren Zahlen der "Wiener Zeitung" vorliegen. In absoluten Zahlen nehmen sich 583 Pensionsaufteilungen zwischen Eltern im vergangenen Jahr immer noch wenig aus. Das war aber ein Anstieg um 40 Prozent gegenüber 2018, rechnet die PVA vor.

Seit 2005 gibt es in Österreich die Möglichkeit, dass Väter und Mütter die Pensionszeiten für den Zeitraum der Kindererziehung maximal für die ersten sieben Lebensjahre eines Kindes zu teilen. Das führt im Regelfall dazu, dass die Pensionen der Mütter, die meist die Kindererziehung übernehmen und dafür beruflich kürzer treten, steigen. Lange Zeit wurde diese freiwillige Möglichkeit kaum genützt. Seit zwei Jahren steigt die Nützung jedoch signifikant. Die Bundesregierung bereitet über Druck der ÖVP nun eine Gesetzesänderung vor, sodaß die Pensionszeiten während der Kindererziehung automatisch geteilt werden, außer man nimmt ausdrücklich  eine Opt-out-Möglichkeit in Anspruch.

Von 2017 auf 2018 stieg die Inanspruchnahme des Pensionssplittings bei den Arbeiter- und Angestellten, für die die Pensionsversicherungsanstalt zuständig ist, deutlich, nämlich von 289 auf 411 Fälle. 2019 erfolgte dann eine weitere Steigerung auf 583 Fälle.

Insgesamt gab es seit der Einführung 1876 Pensionsaufteilungen zwischen Vätern und Müttern. Mehr als die Hälfte davon entfiel allein auf die Jahre 2018 und 2019, wie aus der Statistik der Pensionsversicherungsanstalt hervorgeht. Im Vorjahr erfolgten die meisten Pensionssplittings nach Bundesländern betrachtet in Niederösterreich (145) vor Oberösterreich (123), erst dahinter folgt Wien (83). Das Burgenland ist mit sechs Splittings Schlusslicht.

In den allermeisten Fällen teilt der Mann seine Pensionszeiten mit der Mutter, nämlich in 560 der 583 Fälle. Für die Väter kommt es damit später zu einer Pensionskürzung, von der die Mütter profitieren. "Mit dem Pensionssplitting wurde eine Möglichkeit geschaffen, den Einkommensverlust, der durch die Kindererziehung entsteht, etwas zu mildern", betont PVA-Generaldirektor Winfried Pinggera. Das ist auch der Grund, warum die ÖVP auf ein automatisches Pensionssplitting drängt. Sie will damit das Armutsrisiko von Müttern im Alter verringern. Allerdings fordert Sozialminister Rudi Anschober (Grüne), dass künftig auch kinderlose Personen die Pensionen freiwillig teilen können. Die Diskussion darüber ist in der türkis-grünen Regierung noch im Laufen.