Sie sind nicht nur bei Blaulicht-Organisationen wie dem Roten Kreuz und bei Sozialeinrichtungen im Einsatz. Derzeit leisten in Österreich von rund 14.000 Zivildienern bundesweit 170 ihren Dienst in der Land- und Forstwirtschaft. ÖVP-Bauernbundpräsident Georg Strasser erwartet mit der von der türkis-grünen Bundesregierung schon ab dem kommenden Jahr vorgesehenen Einführung der Teiltauglichkeit für Heer und Zivildienst auch mehr Zivildiener für die Bauern.

Überschattet vom Krisenplan wegen der Coronavirus-Erkrankungen wurde am Mittwoch im Ministerrat die vor allem von der ÖVP vorangetriebene Einführung der Teiltauglichkeit ab 2021 beschlossen. Während derzeit ein gutes Viertel aller Stellungspflichtigen pro Jahrgang wegen Untauglichkeit - etwa durch Übergewicht - für den Dienst bei Bundesheer oder Zivildienst verloren gehen, soll die Teigtauglichkeit dafür sorgen, dass mehr Burschen Wehr- oder Wehrersatzdienst ableisten müssen.

Agrarministerin Köstinger ist für Zivildiener zuständig

Für den Zivildienst ist seit Bildung der türkis-grünen Bundesregierung Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger zuständig, was für einiges Kopfschütteln gesorgt hat. Schon das nährte den Verdacht, dass künftig mehr Zivildiener bei Bauern aushelfen sollen. Die Kärntnerin Köstinger kommt selbst aus dem Bauernbund.

ÖVP-Bauernbundchef Strasser hat am Mittwoch die Einführung der Teiltauglichkeit als wichtig und richtig gelobt. Zivildiener seien eine "wichtige Stütze" in der Land- und Forstwirtschaft, teilte der ÖVP-Parlamentarier aus dem südlichen Waldviertel via Aussendung mit. Strasser begrüßt die geplante Ausweitung: "Jede zusätzliche helfende Hand können wir auf unseren Bauernhöfen brauchen." Derzeit seien 170 Zivildiener auf Bauernhöfen im Einsatz. "Künftig werden es mehr sein", kündigte der ÖVP-Bauernbunddirektor an. 

Wo teiltaugliche junge Männer ab dem kommenden Jahr zum Einsatz kommen werden, ist noch offen. Eine Arbeitsgruppe wird nun prüfen, welche Aufgaben teiltaugliche Männer erbringen können, hieß es von ÖVP-Seite.