Durch das Coronavirus werden in den kommenden Wochen so viele Personen im Home-Office arbeiten wie noch nie zuvor. Eine vom VCÖ beauftragte repräsentative Umfrage von Integral zeigt, dass im Vorjahr 23 Prozent der Beschäftigten zumindest gelegentlich von zu Hause arbeiteten. Beim Anteil der Beschäftigten, die normalerweise im Homeoffice arbeiten, liegt Österreich im EU-Vergleich an vierter Stelle, wie Daten der Eurostat zeigen.  Am höchsten ist hier der Homeoffice-Anteil bei der Gruppe der über 50-Jährigen. Der VCÖ weist darauf hin, dass die digitale Infrastruktur vor allem auch in den Regionen verstärkt auszubauen ist.

Die Umfrage wurde im Dezember 2019 durchgeführt. Der Homeoffice-Anteil ist bei Männern mit 28 Prozent höher als bei Frauen mit 17 Prozent. Und während in den Städten mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bereits ein Drittel der Beschäftigten auch von zu Hause arbeiten kann, sind es in Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnerinnen und Einwohner nur ein Fünftel, so der VCÖ.

"Während Österreich bereits ein bestens ausgebautes Straßennetz hat, gibt es noch Mängel in zwei zukünftig besonders wichtigen Infrastruktur-Bereichen: Bei der digitalen Infrastruktur und bei der Infrastruktur für klimaverträgliche Mobilität. In beiden Bereichen ist der Aufholbedarf in den Regionen besonders groß", sagt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Anteil im EU-Vergleich hoch

Im EU-Vergleich ist der Homeoffice-Anteil in Österreich hoch, wie Daten der Eurostat zeigen. Demnach ist der Anteil der Personen, die normalerweise von zu Hause arbeiten, mit zehn Prozent der vierhöchste in der EU. Nur in den Niederlanden (14 Prozent), Finnland (13 Prozent) und Luxemburg (11 Prozent) ist der Anteil höher. Zum Vergleich: In Deutschland sind es nur fünf Prozent und in der Schweiz nur vier Prozent. Am höchsten ist der Anteil der regelmäßig zu Hause arbeitenden Personen bei den über 50-Jährigen.

"Das Coronavirus stellt uns vor eine gesellschaftliche Ausnahmesituation, die im Hinblick auf die notwendige Reduktion der Treibhausgas-Emissionen auch Chancen bietet. Homeoffice erfährt enorme Aufwertung, was gut ist. Aber Home-Office ist kein Allheilmittel. Studien zeigen, dass es bei Homeoffice auch Rebound-Effekte gibt", stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest.  So hat eine belgische Studie gezeigt, dass die Möglichkeit von Homeoffice ein Anreiz ist, weiter weg vom Arbeitsort zu ziehen, da man statt täglich nur drei- oder viermal in der Woche in die Arbeit fährt. Durch den verlängerten Arbeitsweg wird ein Teil der Einsparungen wieder zunichte gemacht, ebenso durch den erhöhten Energieaufwand zu Hause.

Um die Mobilität am Arbeitswege langfristig auf Klimakurs zu bringen, ist einerseits die Infrastruktur für den Radverkehr in Österreich massiv auszubauen. Das Potenzial für mehr Radverkehr ist groß: Rund ein Drittel der Arbeitswege ist kürzer als fünf Kilometer, sechs von zehn sind kürzer als zehn Kilometer. Und auch das öffentliche Verkehrsangebot ist zu verbessern und auszubauen.