Im Zuge der Einschränkungen des Ausgangs durch die Bundesregierung ging eine Möglichkeit, die nun ebenfalls erlaubt ist, fast unter. Hausärzte und andere Mediziner können Medikamente auch nach einem Telefonanruf verschreiben. Danach können auch dritte Personen, also vor allem Angehörige, diese Medikamente unter Angabe des Namens und der Sozialversicherungsnummer des Patienten bei der Apotheke abholen. Die Apothekerkammer machte in einer Aussendung außerdem darauf aufmerksam, dass der Arzt das Rezept auch per E-Mail an die vom Versicherten angegebene Apotheke geschickt werden kann. Damit will die Bundesregierung vermeiden, dass ausgerechnet kranke Personen, die besonders vor der Erkrankung geschützt werden müssen, durch den Weg zum Arzt und zur Apotheke einen zusätzlichen gesundheitlichen Gefährdung ausgesetzt werden

Die Maßnahme ist zwar ebenfalls schon am vergangenen Freitag verkündet worden. Allerdings ist dieser Punkt von anderen Maßnahmen, die ungleich mehr Menschen betreffen wie die Ausgangsbeschränkungen, das Aussetzen des Unterrichts in der Schule und die Regelungen zur Kurzarbeit überschattet worden. Deshalb ruft die Obfrau des ÖVP-Seniorenbunds Ingrid Korosecdiese Maßnahme vor allem älteren Menschen in Erinnerung. Diese sollten jede Möglichkeit nützen, "um Menschenansammlungen zu meiden und trotzdem versorgt zu bleiben", appelliert sie: "So können wir einander am besten helfen und uns und andere schützen." Darüber hinaus sollten alle auch die Personen im Umfeld auf diese Möglichkeit, sich ein Rezept per Telefon beim Arzt ausstellen zu lassen, hinweisen.

In Notfällen erfolgt auch eine Hauszustellung

Die Präsidentin der Apothekerkammer Ulrike Mursch-Edlmayr betont, dass damit eine "schnelle und unbürokratische" Verordnung von Arzneien gesichert sei. Neben der Abholung von Medikamenten von Dritten gebe es auch bei besonderer Dringlichkeit die Möglichkeit, dass Medikamente von Apotheken nach Hause zugestellt werden, wenn eine Abholung nicht möglich ist. Die Chefin der Apothekerkammer wies aber ausdrücklich darauf hin, dass dies bei Notfällen und für lebenswichtige Medikamente gelte. Der genaue Ablauf könne vom Versicherten mit der jeweiligen Apotheke abgeklärt werden.

Es ist nicht die einzige Änderung im Zuge der Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus. Denn gleichzeitig fällt auch die Bewilligungspflicht der Krankenkasse beziehungsweise des Chefarztes für viele Medikamente. Darüber hinaus dürfen Apotheken Medikamente in Mengen, die für drei Monate reichen, ausgeben. Auch das dient dazu, zusätzliche Wege, insbesondere wiederum für ältere Menschen zu ersparen. Schließlich ist auch für Krankentransporte keine Bewilligung nötig.

Auch wer erkrankt ist und sich vom Hausarzt krankschreiben lassen möchte, muss dafür nicht mehr unbedingt in die Ordinationen gehen. Denn auch die Meldungen der Arbeitsunfähigkeit von Beschäftigten sind nunmehr telefonisch möglich. Korosec empfiehlt außerdem, moderne, telemedizinische Möglichkeiten beispielsweise für Therapien in Anspruch zu nehmen, um sich ebenfalls den persönlichen Weg zu einem Arzt oder Therapeuten zu ersparen.