Es ist der erste Fall, der publik wird, bei dem die Behördenauflagen zur Eindämmung des Coronavirus nicht eingehalten wurden und deswegen Sanktionen zur Folge hatten. Die Stadt Villach hat, wie der zuständige Behördenleiter Alfred Winkler, der "Wiener Zeitung" erklärte, gegen drei Personen, die die vorgeschriebene Quarantäne nicht eingehalten haben, am vergangenen Wochenende jeweils eine Verwaltungsstrafe von 500 Euro verhängt. Der Grund dafür ist, dass sie bei Überprüfungen durch Kontrollorgane der Stadt Villach nicht zu Hause angetroffen wurden, obwohl dies nach einem Italienurlaub angeordnet war.

Insgesamt ist über neun Personen mit Villacher Wohnsitz die Quarantäne zu Haus verhängt worden. Drei davon wurde bei den Kontrollen am vergangenen Samstag dennoch bei einem Besuch nicht daheim angetroffen. Hintergrund ist, dass Villach durch die Nähe zum Coronavirus-Krisengebiet Italien bei Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Erkrankung besonders auf der Hut ist. Wer aus Italien einreist, muss daher entweder ein Gesundheitszeugnis vorlegen oder sich in Heimquarantäne begeben. Die Bezirkshauptmannschaft hat die Stadt über jene neun Personen mit Villacher Wohnsitz informiert, bei denen eine Heimquarantäne nach der Rückkehr aus Italien fällig geworden ist.

Die Kontrolle verlief ernüchternd, weil sich trotz der Aufrufe der Bundesregierung und der Gesundheitsverantwortlichen drei der neun Betroffenen in Villach nicht an die Isolierung gehalten haben. Die Strafbescheide über jeweils 500 Euro wurden ebenfalls von Mitarbeitern der Stadt zugestellt. Zwei der drei Betroffenen hätten sich damit gerechtfertigt, dass sie bei der Nachschau sehr wohl zu Hause gewesen seien, aber das Läuten an der Tür nicht gehört hätten. "Ich sehe das als Schutzbehauptung an", sagt dazu Behördenleiter Winkler, letztlich werde das aber das Strafverfahren zeigen.

Eine Person war auch bei zweiter Kontrolle nicht anwesend

Ein Fall in Villach ist allerdings noch dramatischer. Denn bei einer weiteren Kontrolle am Montag dieser Woche wurde die betreffende Person neuerlich nicht daheim angetroffen. Der Strafbescheid wurde in diesem Fall dennoch hinterlassen. Behördenleiter Winkler rechnet damit, dass sich künftig nicht nur in der zweitgrößten Stadt Kärntens Strafverfügungen wegen der Nichteinhaltung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Corona-Erkrankungen mehren könnten. Denn es werde jetzt viele Fälle geben, bei denen Kontaktpersonen von Corona-Infizierten, deren Zahl täglich steigt, zu Heimquarantäne aufgefordert werden. Man werde jedenfalls verstärkt Augenmerk auf die Einhaltung der Maßnahmen legen.

Der Villacher Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) hat das rigorose Vorgehen bereits verteidigt. "Es gibt leider noch immer einige unbelehrbare Menschen, die vergessen, dass sie mit ihrem Verhalten nicht nur sich, sondern vor allem die Allgemeinheit gefährden." Das Stadtoberhaupt möchte vor allem auch die älteren Menschen schützen. "Der Ernst der Lage muss allen klar sein. Es gibt hier seitens der Stadt kein Verständnis für Zuwiderhandeln", betonter er.

Am Dienstagvormittag kam eine neue Hiobsbotschaft. Ein Arzt der Privatklinik Villach Warmbad ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dieser hat am Samstag noch Patienten behandelt. Unter anderem wurden 20 Mitarbeiter der Klinik vorsorglich unter Quarantäne gestellt. Heiligenblut in Oberkärnten ist seit dem Wochenende nach Corona-Erkrankungen gesperrt.