Mehrere Tage lang durften LKWs mit Schutzmasken für medizinisches Personal nicht die deutsche Grenze nach Österreich passieren. Die Austria Presse Agentur ließ nun am Mittwoch verlauten, Wirtschaftministerin Margarete Schramböck habe bei ihrem deutschen Amtskollegen Peter Altmaier "darauf hingewirkt", dass es zu einer "Aufhebung deutscher Exportkontrollen für Schutzausrüstung kommt".

Für medizinisches Personal bestimmt

Hinter dem dürren Kommuniqué-Text verbirgt sich eine kleine Staatsaffäre, die bisher nicht hochgespielt wurde. Aber selbst Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier waren darin involviert. Die Schutzausrüstung, die vor allem für medizinisches Personal des Wiener Krankenanstaltenverbunds und des Roten Kreuzes bestimmt ist, war von den Auftraggebern nicht nur bestellt, sondern längst auch schon bezahlt worden. An der Grenze wurde der Transport von den Deutschen vergangene Woche aber gestoppt.

Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres, der davon informiert worden war, wandte sich am Wochenende verzweifelt direkt an den Bundeskanzler. Dieser versuchte in Berlin alle Hebel in Bewegung zu setzen. Auch er konnte die Lieferung zunächst aber nicht loseisen. Verteidigungslinie der Deutschen: Man müsse nach bekannt gewordenen Geschäftemachereien verhindern, dass solch begehrtes Material vielleicht in falsche Hände kommen könnte.

Schneider-Personal wird gesucht

Am Dienstag "zündete" Ärztechef Szekeres die Angelegenheit in einem "Wien-Heute"-Interview an. Zusätzlich wurde eine sehr persönliche, direkte Schiene zum deutschen Bundespräsidenten gefunden. Der soll darauf hin den eigenen Behörden "ordentlich Dampf gemacht haben". Mittwoch, am späten Vormittag, wurden die Transporte freigegeben.

Eine Initiative versucht indessen zusätzlich in Lenzing eine österreichische Produktion für Schutzausrüstung wieder anzukurbeln. Dafür wird unter anderem Näher-Personal gesucht.