Graz. Die steirische Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) teilte am Donnerstag mit, dass die Gewaltschutz- und Sozialeinrichtungen im Bundesland weiterhin zur Verfügung stehen. Die Frauenhäuser in Graz und in Kapfenberg haben ihre Pforten weiterhin offen und "können auch zusätzlichen Bedarf notfalls abdecken", heißt es in einer Aussendung. Die Gewaltschutzzentren sind von 8.00 bis 23.00 Uhr telefonisch unter 0316/77 41 99 erreichbar.

In der Kinder- und Jugendhilfe bleiben die Einrichtungen für alle geöffnet, die sie brauchen. Auch die mobilen Dienste werden weiterhin durchgeführt. Die Kinderschutzzentren haben eine eigene Hotline eingerichtet, ebenso die Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes Steiermark - und zwar unter 0676-8666 0609 speziell für Anfragen von Kindern- und Jugendliche sowie unter 0676-8666 4668 für Elternberatung.

Schutzausrüstung in sozialen Einrichtungen ist ein dringliches Problem

Außerdem wurde eine neue Schwerpunkt-Hotline für Familien, Kinder und Jugendliche unter der Nummer 0800-201010 aktiviert. Die Versorgung der Betroffenen und die Sicherheit aller Beteiligten, habe "oberste Priorität", teilte die Landesrätin mit. Ob in der Behindertenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, in der Versorgung von Obdachlosen, bei den Gewalt- und Kinderschutzzentren, im Frauenhaus oder den Obdachloseneinrichtungen seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "für alle im Dienst, die sie brauchen".

Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, wurde teils auf telefonische Beratung umgestellt. Ein dringendes Problem in allen sozialen Einrichtungen ist die Frage der Schutzausrüstung. Hier laufe eine aktuelle Bedarfsabfrage, die gesammelt an das Sozialministerium weitergeleitet wird.

Oberösterreich erweitert Frauenhaus-Plätze

Oberösterreichs Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) und Integrationslandesrat Stefan Kaineder (Grüne) haben bereits davor angekündigt, in der Grundversorgung für Asylwerber nicht gebrauchte Quartiere in Frauenhäuser umzuwandeln. Auch sie befürchten einen Anstieg häuslicher Gewalt in Folge der Isolationsmaßnahmen.

"Dem müssen wir gemeinsam entgegentreten", betonte Kaineder in einer Aussendung, daher habe er Objekte freigegeben, um Frauen und Kinder bestmöglich schützen zu können. Plätze für vier Frauen und deren Kinder sind bereits eingerichtet, insgesamt sollen bald 20 zusätzliche Plätze zur Verfügung stehen.

Wien schafft ebenfalls zusätzliche Kapazitäten

Noch sind genügend vorhanden, die Stadt Wien bereitet sich trotzdem bereits auf möglichen zusätzlichen Bedarf an Plätzen in Frauenhäusern vor, wie Frauenstadträtin Kathrin Gaal in einer Aussendung am Donnerstag mitteilte. Die Plätze sind derzeit noch ausreichend, die Versorgung und Unterstützung für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, ist gewährleistet. Beim 24-Stunden-Frauennotruf 01/71719 der Stadt Wien wurde in den letzten Tagen ein leichter Anstieg bei den Beratungszahlen verzeichnet. Laut Auskunft des 24-Stunden Frauennotrufs ist auch Corona Thema bei einigen Anrufen.

"In dieser Ausnahmesituation ist die Stadt Wien für Frauen in Not da und bietet Unterstützung. Wer Hilfe und Schutz vor Gewalt braucht und sich in einer Notsituation befindet, hat in unserer Stadt ein Auffangnetz", so Gaal. (apa/red)