Der steirische FPÖ-Landtagsabgeordnete Gerhard Hirschmann ist am Dienstag nach einer von der Polizei am Wochenende aufgelösten "Corona-Party" von allen politischen Funktionen zurückgetreten. Er wird an keiner Sitzung des Landtags mehr teilnehmen. Sein Mandat wird somit an die nächstgereihte Kandidatin der Wahlkreisliste, Helga Kügerl, übergehen, teilte die FPÖ-Steiermark in einer Aussendung mit.

Ausschlaggebend für den Rückzug Hirschmanns sei ein "klärendes Gespräch" mit Landesparteiobmann Mario Kunasek und den Mitgliedern des Landesparteipräsidiums gewesen. "Ich habe von Beginn an meinen Fehler eingestanden und mich dafür öffentlich entschuldigt. Dennoch habe ich mit meinem Verhalten viele Personen enttäuscht. Eine seriöse Fortführung meiner politischen Tätigkeit im Sinne der FPÖ ist mir nicht mehr möglich. Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, mein Mandat und sämtliche Funktionen in der Freiheitlichen Partei zurückzulegen", sagte Hirschmann.

Er sei es auch seiner Familie und seinem Freundeskreis schuldig, denn diese hätten in den vergangenen Tagen Beschimpfungen, Beleidigungen und Diffamierungen über sich ergehen lassen müssen. Hirschmann hatte am Samstag mit Freunden in einem Vereinslokal in Heiligenkreuz am Waasen (Bezirk Leibnitz) nach Angaben der Polizei eine Party gefeiert. Diese wurde von den Beamten aufgelöst. Die Teilnehmer wurden angezeigt, hieß es. Noch am Sonntag hagelte es von anderen Landtagsklubs Kritik: Hirschmann solle als Abgeordneter Vorbild sein und die Beschränkungen der Regierung zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie einhalten, so der Tenor.

Kügerl, die nun das Mandat von Hirschmann übernimmt, war bereits von 2015 bis 2019 im Landtag und ist Bezirksparteiobfrau der FPÖ Deutschlandsberg. Ihre Angelobung soll im Rahmen der nächsten Landtagssitzung, wann auch immer diese stattfinden werde, erfolgen.