St. Pölten. Falls die 24-Stunden-Betreuung ausbleibt, hat die Regierung den Bundesländern 100 Millionen Euro für die Organisation vorübergehender Pflege angekündigt. Nicht alle, die derzeit zu Hause in Pflege und Betreuung sind, könnten das auch bleiben, meinte Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne).

Die niederösterreichische Soziallandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) sieht im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" eine vorübergehende Heimunterbringung trotzdem "nur als letzte Option, als Ultima Ratio". Zwar sei man bereits im Gespräch mit Reha-Anstalten, die sich als Sonderbetreuungseinrichtung selbst angeboten haben, wo man die 19 Millionen Euro, die Niederösterreich nach dem Bevölkerungsschlüssel von den 100 zustünden, neben der Verstärkung der Pflege-Hotline einsetzen werde. Man setze aber weiterhin "wie bisher schon" auf Pflege und Betreuung zu Hause.

Von den rund 91.500 Pflegegeldbeziehenden in Niederösterreich werden rund 10.000 stationär gepflegt. 17.500 werden von mobilen Diensten, 7350 von einer 24-Stunden-Betreuung, die restlichen von Angehörigen unterstützt - oder benötigen keine Hilfe.

Ersatz aus der mobilen Pflege

Noch haben sich bei der Pflege-Hotline (02742/9005-9095, täglich von 8 bis 18 Uhr) erst 50 Personen erkundigt, wie sie im Notfall die 24-Stunden-Betreuung ersetzen könnten, wenn diese zum Beispiel abreisen muss - einige wenige haben bereits Ersatz durch mobile Dienste erhalten. Mit den großen NGOs - etwa Hilfswerk, Caritas, Volkshilfe - wurde in einem Ampelverfahren erhoben, wie viele der aktuell mobil Betreuten auch alleine oder mit Angehörigen zurechtkämen: "Nicht unbedingt auf Heimhilfe angewiesen waren 47 Prozent von den 17.500 Personen", so Teschl-Hofmeister - die man also im Ernstfall umverteilen könne.

Die zuständige Fachgruppe der Wirtschaftskammer Niederösterreich hat aber zudem ein Hotel angemietet, wo 24-Stunden-Betreuerinnen nach der Einreise die verlangte 14-tägige Quarantäne verbringen könnten.