Eigentlich hatte Sozialminister Rudolf Anschober am Dienstag angekündigt, dass sich die Bundesländer mit den Rehabilitations- und Kureinrichtungen für Ausfälle in der 24-Stunden-Betreuung und Pflege in Verbindung setzen können. Ein Rundruf der "Wiener Zeitung" bei einigen größeren Betreibern, der PVA, der SVS, der AUVA und er ÖGK, zeigte aber, dass die Einrichtungen zum Teil bereits am Umstrukturieren sind: Insbesondere zur Entlastung von Akutspitälern stehen bereits mehrere Häuser zur Verfügung.

Remobilisierung bei der Pensionsversicherungsanstalt

Neun der 15 stationären Rehabilitationszentren der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) können als eine Art Übergangsspital fungieren. Konkret bedeutet das laut Martin Skoumal, dem Chefarzt der PVA, "dass diese kein Akutkrankenhaus werden, sondern für Patienten, die nach einem Krankenhausaufenthalt noch Remobilisation brauchen, hier versorgt werden."

Man habe mit den Krisenstäben der Bundesländer und der Regierung eine Übereinkunft getroffen, dass die PVA-Rehabilitationszentren keine "Corona Einrichtungen" werden, sondern dass diese Patientinnen und Patienten, die nicht infiziert sind, aber bei denen eine häusliche Betreuung noch nicht möglich ist, aus Spitälern zu übernehmen.

Den Anfang haben bereits die Rehabilitationszentren in Saalfelden und Großgmain in Salzburg gemacht, wo sich bereits die ersten Patientinnen und Patienten befinden. So habe man in Saalfelden zum Beispiel bereits Patientinnen und Patienten aus dem Landesspital St. Veit im Pongau übernommen, als dieses vom Land als Covid-19-Standort definiert wurde. Weitere - konkret sind es Bad Ischl und Bad Schallerbach in Oberösterreich, Gröbming und St. Radegund in der Steiermark, Laab im Walde und Hochegg in Niederösterreich sowie Bad Tatzmannsdorf im Burgenland - könnten folgen.

Das Personal aus Rehabilitationseinrichtungen, die keine Bettenstationen haben, wird auf die Rehabilitationszentren mit Bettenstation verteilt. Aktuell wird geklärt, wie viel Personal man insgesamt, in welchen Häusern konkret einsetzen könne, um bei Bedarf eine möglichst hohe Bettenanzahl zur Verfügung stellen zu können "zur Entlastung der Akutkrankenhäuser", erklärt Skoumal.

Unfall-Rehas, die zu Unfallkrankenhäusern werden

In den vier Reha-Einrichtungen der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) - Häring in Tirol, Meidling in Wien, Tobelbad in der Steiermark und der "Weisse Hof" in Klosterneuburg mit insgesamt 590 Betten - wurden alle Patientinnen und Patienten, die keine unbedingt notwendigen medizinischen Maßnahmen benötigen - Beatmung zum Beispiel -, bereits nach Hause entlassen. Geschätzte fünf bis zehn Prozent sind noch verblieben. Neuaufnahmen sind aktuell auch hier möglich, finden laut AUVA-Sprecherin Sonja Rosenberger aber wie bei der PVA nur dann statt, wenn es nach dem Akut-Spital noch weitere medizinische Versorgung braucht: "Entschieden wird das durch die jeweilige medizinische Leitung des Hauses."

Aus der Altenpflege kamen bisher keine Anfragen. Die AUVA plant aber, die Reha-Räumlichkeiten insbesondere für Patientinnen und Patienten nach Unfällen freizuhalten. So habe das UKH Salzburg bereits die Akutversorgung für Verunfallte im Zentralraum Salzburg übernommen. Jene auf dem Weg der Besserung könnten bei Bedarf dann in die Reha-Einrichtungen. Das Personal der vier Reha-Zentren wird im Moment teils in AUVA-Unfallkrankenhäusern eingesetzt und steht teils als Reserve für so einen Fall bereit.

Sozialversicherungen stehen teils für Pflege bereit

Die Österreichische Gesundheitskasse betreibt in Oberösterreich drei Kur- und Rehaeinrichtungen, in Niederösterreich und in Salzburg jeweils eine, insgesamt handelt es sich um 584 Betten. Alle Häuser sind derzeit geschlossen. Inwieweit diese für Altenpflege, Betreuung Kranker oder auch an Covid-19 Erkrankter geeignet sind, ist derzeit in Abklärung mit den jeweiligen Landeskrisenstäben, heißt es auf Nachfrage. Ergebnisse stehen noch aus. Es ist davon auszugehen, dass nicht alle Betten für die geplanten Aufgaben in Frage kommen.

Die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) führt insgesamt neun Gesundheitseinrichtungen mit insgesamt 1100 Betten, darunter die Kliniken Malcherhof und der Kurpark in Baden oder die Herz-Reha Bad Ischl und das Neurologische Zentrum am Rosenhügel (NRZ). In letzteren beiden befinden sich aktuell noch viele Patienten, erläutert der Obmann der SVS, Peter Lehner: "Im NRZ Rosenhügel werden Anschlussheilverfahren nach Schlaganfällen gemacht. Da zählt jeder Tag, da ist weiterhin kontinuierliche Therapie notwendig." Derzeit befänden sich 75 Patienten im Haus mit 147 Betten. Ähnlich sei das auch nach Herzinfarkten, weshalb sich in der Herz-Reha Bad Ischl noch 40 der 171 belegt seien.

Anders aber gestaltet sich die Situation in Baden, wo es um orthopädische und rheumatische Reha ging - die Häuser sind bereits leer. Hier hofft Lehner darauf, dass sich das Land Niederösterreich bald dazu entschließt, Bedarf anmeldet, um die Einrichtung entweder für Pflegebedürftige ohne Demenz oder Patienten zur Remobilisierung meldet. Denn: "Als GmbH wird der Betrieb wirtschaftlich geführt, der Geschäftsführer müsste sonst die Beschäftigten zur Kurzarbeit anmelden." Lehner erneuert als sein Angebot, auch für die Reha-Kliniken in Bad Hall, Bad Gastein und Bad Gleichenberg.