Noch bevor die Bundesregierung am Montag um 11 Uhr die Auswertung der neuen Daten zu den Coronavirus-Erkrankungen und ihre Konsequenzen daraus vorlegt, gilt es koalitionsintern als fix: die Schulen bleiben nach Ostern im April für den Unterricht geschlossen, der Heimunterricht wird vorgesetzt. Für den größten Teil der Schüler wird diese Phase mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch bis weit in den Mai hinein dauern.

Das Bildungsministerium hat bereits unmittelbar vor dem Wochenende Schulleiter und Lehrer zunächst für die Zeit bis Ostern auf den weiteren längeren Unterricht großteils online daheim vorbereitet. "Das Zuhause ist nunmehr das neue Klassenzimmer", wird in den neuen Leitlinien für die "Fernlehre" betont, die von Faßmann an die Schulverantwortlichen verschickt wurden und der "Wiener Zeitung" vorliegen. Der Minister nimmt vor allem die Lehrer in die Pflicht und mahnt, zwar keine neuen Lerninhalte zu vermitteln, aber in der "Überbrückungsphase" bereits durchgeommenen Unterrichtsstoff zu wiederholen, zu üben und damit zu festigen.

Vorgaben an Schulen zur Beruhigung der Eltern

Lehrerinnen und Lehrer müssten jedenfalls Arbeitsmaterialien zur Verfügung stellen. Diese müssten "in Anspruch und Umfang angemessen" sein. Außerdem sollen die Pädagogen auch "zeitnah" den Schülern ein Feeeback geben. Gleichzeitig möchte Faßmann damit zur Beruhigung der Eltern wegen des seit Mitte März entfallenen Unterrichts in den Schulklassen beitragen.

Klassenvorstände und Klassenlehrer müssten nicht nur den Kontakt zu den Schülern, sondern auch die Kommunikation mit den Erziehungsberechtigten aufrecht erhalten, mahnt der Bildungsminister in seinen neuen Leitlinien für den Fernunterricht. Diese müssten sich nicht nur um leistungsschwächere Schüler kümmern, sondern auch für "Krisenfälle" und eine Art Sprechstunde etwa via E-Mail zur Verfügung stehen.

Bei Bedarf auch Angebot an den Schuleingangen

An die Schulleiter lautet Faßmanns ausdrücklicher Auftrag: diese müssten bei Bedarf ein Übergabe- bzw. Ablagesystem im Eingangsbereich der Schule für das Abholen von Aufträgen und das Mitteilen von Heimaufgaben für mehrere Tage organisieren. Dieses Angebot sei an die Eltern mittels Website der Schule, über den Eltenverein oder mittels SMS mittzuteilen. Die Direktoren müssten außerdem das Funktionieren des "Gesamtbetriebs" in ihrer Schule auch durch das Einholen von Rückmeldungen von Klassenvorständen sicherstellen. Besonders hebt der Minister auch die Einbindung von Schulpsychologen in den den "neuen Schulalltag" hervor.

Gleichzeitig mit diesen Anweisungen und Erinnerungen für einen verlängerten Fernunterricht daheim laufen im Bildungsministerium Vorbereitungen für eine Verlängerung weit über Ostern hinaus. Das betrifft einerseits eine Entwicklung, bei es für einen Teil des Handels und der Betriebe zu einer Lockerung der Einschränkungen kommt. Für diesen Fall sollen die Schulen darauf vorbereitet werden, dass mehr Kinder, deren Eltern dann arbeiten, zumindest zur Betreuung im Schulgebäude bleiben.

Maturanten stehen besonders im Mittelpunkt

Außerdem laufen die Vorarbeiten für die Zentralmatura, die nach dem bisherigen Zeitplan am 18. Mai starten wird. Die Abhaltung der Matura gilt als vorrangig bei den Konsequenzen für den Schulbereich aufgrund der Corona-Krise. Von Schülervertretern gibt es bereits Forderungen nach einer wesentlich erleichterten Reifeprüfung. Sicher ist, dass Bundesregierung und Bildungsministerium noch im Laufe dieser Woche ihre weiteren Pläne vorstellen wird.