Neben den Schulen bringt die weitere Einschränkung durch die Corona-Ausnahmesituation auch den Studienbetrieb an Österreichs Universitäten zunehmend durcheinander. Nach der Umstellung auf Fernlehre appellierte jetzt eine Gruppe von rund hundert Universitätsprofessoren an Bildungsminister Heinz Faßmann, auf die Entwicklung mit Erleichterungen in Form eines "solidarischen neutralen Semsters" zu reagieren. Zwar solle die Lehre weiter abgehalten werden, das laufende Sommersemester solle aber nicht auf die Studiendauer angerechnet werden. Studiengebühren sollten den Studenten erlassen werden.

 In einem am Montag vorgelegten Offenen Brief stellen sich die Uniprofessoren hinter  15 Maßnahmen. Darin werden aber nicht nur Anliegen von Studierenden unterstützt. In dem Aufruf wird auch darauf hingewiesen, dass die Situation aufgrund der Corona-Auswirkungen an den Hochschulen für Personen mit Lehraufträgen, mit befristeten Verträgen und in Teilzeit beschäftigte Forscher "besonders schwierig" sei. Von diesen werde in der Zeit der Umstellung besonderes Engagement verlangt, ohne dass es dafür irgendeine Form von Sicherheit gebe.

Zusätzlicher Aufwand nach dem Sommer erwartet

Das Nacharbeiten des laufenden Semesters werde nach dem Sommer für Lehrende und Studierende überdurchschnittlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Oberste Priorität habe die Bewältigung der Corona-Pandemie. Mit einem solidarischen neutralen Semester könnten die Hochschulen einen wichtigen Beitrag dazu leisten, meint der Wiener Universitätsprofessor Ulrich Brand vom Institut für Politikwissenschaft. Der Aufruf wird unter anderen vom Salzburger Uniprofessor Reinhard Heinisch, vom Historiker Oliver Rathkolb an der Uni Wien und von Michael Getzner und Simon Güntner von der TU Wien unterstützt. (ett)