Erst nach Ostern könne er sagen, ob es beim geplanten Matura-Termin am 18./19. bleibt. Bildungsminister Heinz Faßmann betonte aber am Dienstag, sein Interesse sei "eine schrittweise schulische Normalität". Vorrang haben dabei Maturanten und Schüler am Ende der Pflichtschulzeit.

"Realistisch gesehen" gibt es für den Bildungsminister im April keine Rückkehr in die Schulgebäude aufgrund der Coronavirus-Ausnahmesituation. Eine finale Antwort könne er darauf aber noch nicht geben. Faßmann plant auf alle Fälle eine gestaffelte Wiederaufnahme eines regulären Schulbetriebs beginnend mit den Maturanten sowie Schülern in anderen Abschlussklassen. Der Minister trat damit Spekulationen entgegen, dass das heurige Restschuljahr komplett entfallen und die Schule erst wieder im September beginnen werde.

"Alle können und werden einen Abschluss machen", versicherte Faßmann. Es werde dabei eine faire Beurteilung geben. Man werde vorhandene Spielräume "mit Hirn und Herz" nützen. "Ein Corona-Semester ist kein normales Semester", erklärte der Ressortchef. Wenn keine Schularbeiten mehr möglich sein sollten, würden bisherige Prüfungen für die Leistungsbeurteilung herangezogen. An die Eltern appellierte der Bildungsminister in der jetzigen Zeit des Heimunterrichts: "Die Corona-Krise ist nicht die Zeit, um schulischen Leistungsdruck zu Hause zu entfalten." Es solle aber für eine geordnete Zeitstruktur gesorgt werden.

13 Millionen Euro für Härtefälle bei Stornokosten

Für Stornokosten bei entfallenen Schulveranstaltungen wie etwa Sprachreisen wird für Eltern ein Härtefallfonds mit 13 Millionen Euro eingeteilt. Details dazu gibt es aber erst nach Ostern. Eltern sollen durch Stornokosten nicht zusätzlich belastet werden. Elternbeiträge für ganztägige Schulen werden in Bundesschulen nicht eingehoben. Länder und Gemeinden sollen dem in Pflichtschulen folgen.

Schulpsychologen und Sozialarbeiter müssen sich nun um jene Schüler kümmern, die von Lehrern und Schulen bisher daheim nicht für den Unterricht erreicht werden konnten. Man werde versuchen, mit diesen Kontakt aufzunehmen.

Für neutrales Semester an den Universitäten

An den Universitäten will sich der Bildungsminister für ein "neutrales Semester" einsetzen. Das soll nach Verständigung mit den Rektoren erfolgen. Gleichzeitig wird sich Faßmann bereits im Nationalrat um eine entprechende Verordnungsermächtigung bemühen. Erst am Montag hatten Universitätsprofessoren offen zu einem neutralen Semester aufgerufen. Damit würden Studenten etwa nicht um Beihilfen umfallen und sich die Mindeststudiendauer um ein Semester erhöhen.