Das Wissenschaftsministerium hat beim Meinungsforschungsinstitut Sora eine Studie in Auftrag gegeben, die eine Basis liefern soll für künftige Prognosen. Nur so kann man etwa die Dunkelziffer bei den Infektionen einigermaßen zuverlässig bestimmen. Denn die derzeitigen Tests, die ja nur bei Verdachtsfällen durchgeführt werden, können das tatsächliche Bild bei den Infektionen gleich mehrfach verzerren.

Eine Testung soll nun ein genaueres Bild liefern. Bei der geplanten Stichprobenuntersuchung an 2000 Personen regiert der Zufall, erklärte Florian Oberhuber von Sora der APA. Ergebnisse würden "voraussichtlich Mitte kommender Woche" vorliegen. Per Zufall ausgewählt werden Haushalte. Diese werden von der Auswahl vorab telefonisch verständigt. Pro Haushalt wird aber nur eine Person getestet, unabhängig davon, ob diese schon einmal getestet wurde oder Symptome zeigt. Die Regel dabei ist, dass jene Person zum Zug kommt, die als Nächstes Geburtstag hat, das sei ein "verbreitetes Verfahren", so Oberhuber, der betont, dass die Teilnahme freiwillig sei.

Die Tests werden von 1. bis 3. April von Mitarbeitern des Roten Kreuzes durchgeführt, die mit einem Wattestäbchen einen Abstrich aus dem Mundbereich machen. Dieser Abstrich wird dann von der Medizinischen Universität Wien mit dem derzeit üblichen sogenannten PCR-Test, der direkt nach dem Erbgut von Sars-CoV-2 sucht, analysiert.

Der Test ist anonym organisiert. Nur im Fall eines positiven Tests wird der jeweilige Teilnehmer von den Gesundheitsbehörden informiert, negative Testergebnisse können nicht abgefragt werden.

Prävalenz und Dunkelziffer

Als Ergebnis der Studie gebe es "zwei sehr wesentliche Kennzahlen", sagte Oberhuber. Das eine sei die Prävalenz, also der Anteil der Infizierten an der österreichischen Bevölkerung im Testzeitraum. Derzeit werde vermutet, dass dieser Anteil zwischen 0,3 und zwei Prozent liegt, nach der Testung werde man diesen Anteil besser kennen. Dadurch könne man auch die Dunkelziffer besser abschätzen, also wie viele eine Infektion gar nicht bemerken, weil sie sich nicht krank fühlen.

Ab kommenden Montag werden die Testteilnehmer - unabhängig vom Testergebnis -zudem telefonisch nach Symptomen, also etwa Schnupfen, Fieber, Zeitpunkt des Auftretens, Dauer, usw. und soziodemographischen Informationen befragt. Hintergrund ist die Erfahrung aus anderen Ländern, dass ein Teil der Infektionen so milde verläuft, dass man eine Infektion gar nicht bemerkt. "Da wollen wir mehr Licht ins Dunkel bringen", sagte Oberhuber. Befragt werden alle Teilnehmer, unabhängig vom Testergebnis.