ÖGB-Chef Wolfgang Katzian hat seine am Sonntag gestellte Forderung nach einer Erhöhung des Arbeitslosengelds angesichts der aktuellen Arbeitslosenzahlen konkretisiert. "Es wäre daher jetzt ein guter Zeitpunkt, um das Arbeitslosengeld auf 70 Prozent Nettoersatzrate zu erhöhen", so der ÖGB-Präsident am Mittwoch in einer Aussendung.

In Österreich sei das Arbeitslosengeld im Verhältnis zum letzten Nettoeinkommen mit 55 Prozent relativ niedrig. "Arbeitslose Menschen sind jetzt und waren auch vor der Corona-Krise stark armutsgefährdet", so der Spitzengewerkschafter. Ein höheres Arbeitslosengeld würde nicht nur Menschen ohne Arbeit vor einem wirtschaftlichen Totalabsturz bewahren, auch für die Gesamtwirtschaft würde das mehr Kaufkraft bedeuten und den wirtschaftlichen Einbruch abschwächen.

IV fordert rasche Abwicklung der Kurzarbeit

Das Arbeitsmarktservice zieht zur Berechnung des Arbeitslosengelds den Brutto-Wert der Jahresbeitrags-Grundlage heran, maximal die Höchstbeitrags-Grundlage laut ASVG von brutto 5.370 Euro pro Monat. Davon werden dann Sozialabgaben und Einkommenssteuer abgezogen. Der Grundbetrag des Arbeitslosengeldes beläuft sich dann auf 55 Prozent des errechneten Netto-Einkommens - umgerechnet auf Tage.

Erneut appellierte der ÖGB-Präsident an die Arbeitgeber, das Coronavirus-Kurzarbeitsmodell in Anspruch zu nehmen, anstatt die Beschäftigten zu kündigen. "Entscheidend ist, dass die Kurzarbeit nun tatsächlich rasch, pragmatisch und unbürokratisch abgewickelt wird", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer, in einer Aussendung. Ebenso sollten die angekündigten zusätzlichen Maßnahmen zur Virus-Eindämmung praktikabel und mit Augenmaß umgesetzt werden.