Im Streit um die Öffnung der Bundesgärten gibt es nun eine Einigung: Diese sollen nach Ostern wieder für Besucher geöffnet werden, wie die Regierung am Montag bekannt gab. Konkret werden in Wien der Schlosspark Schönbrunn, der Augarten, der Belvederegarten, Burg- und Volksgarten aufsperren.

"Wir werden bei den Bundesgärten über Einlasskontrollen sicherstellen, dass nicht zu viele Menschen auf einmal sich im Inneren der Parkanlagen aufhalten und einander gefährden, indem Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden", kündigte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) in einer gemeinsamen Aussendung mit Wiens Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) an. "Wenn die Sicherheitskräfte feststellen, dass die Parkanlagen temporär überfüllt sind, wird der Einlass beschränkt."

Im Wiener Rathaus reagiert man auf die Ankündigung der Regierung nur mit eingeschränkter Freude. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zeigte sich zufrieden, dass der Schritt nun gesetzt wird. Allerdings kritisierte er, dass erst nach Ostern aufgesperrt wird.

"Ich freue mich, dass den Wienerinnen und Wienern endlich ihre Gärten zurückgegeben werden. Der starke öffentliche Druck - vor allem aus der Bevölkerung - hat offenbar Wirkung gezeigt", befand Ludwig in einer Aussendung. Er habe sich seit der ersten Woche der von der Bundesregierung gesetzten Maßnahmen für die Öffnung der Gärten eingesetzt, berichtete er. Es habe zahlreiche Gespräche mit dem Bundeskanzler, dem Vizekanzler und dem Gesundheitsminister dazu gegeben.

Öffnung vor Ostern gefordert

Die Stadt sei immer im Einklang mit den Vorsichtsmaßnahmen des Bundes gegangen, was die Ausgangsbeschränkungen gegen die Ausbreitung des Virus betreffe, erinnerte Ludwig. Gleichzeitig seien städtische Parks und Grünanlagen geöffnet geblieben, um als Erholungsraum für Spaziergänge zu dienen - selbstverständlich unter Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen, wie es hieß.

Die von den Bundesgärten verwalteten Gärten seien hingegen geschlossen. Nun komme zwar "Bewegung in die Sache", erklärte Ludwig. Er könne jedoch nicht nachvollziehen, warum bis nach Ostern zugewartet werde.

Die Schließung im Zuge der Ausgangsbeschränkungen hatte heftige Kritik nach sich gezogen, zumal sich die Ansteckungsgefahr in einem weitläufigen Gelände in Grenzen halte. Die Regierung hatte die Schließung hingegen damit argumentiert, dass man ein mögliches Gedränge an den Eingängen verhindern wolle. Nun konnte man eine Lösung in diesem Streit verkünden, der zuletzt Risse in der vermeintlichen Geschlossenheit aller Parteien offenbart hatte. (red)