Die Urlaubssperre bei der Exekutive wegen der Corona-Krise wird aufgehoben. Nach einem öffentlichen Aufschrei der SPÖ-Gewerkschafter bei der Polizei wurde am Dienstag bei einem Treffen zwischen Personalvertretern und dem Innenministerium Einvernehmen erzielt. Polizisten dürfen damit ab 1. Mai pro Monat maximal eine Woche Urlaub nehmen.

Die Urlaubssperre bei den rund 30.000 Bediensteten des Innenmministeriums ist im März von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) im Zuge der Ausgangsbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Erkrankungen verhängt worden. Zuletzt hat es jedoch bei zahlreichen Polizeibeamten zunehmend Unverständnis wegen der Urlaubssperre gegeben. Weil nämlich corona-bedingt auch Kurse und Seminare für die Exekutivbeamten weggefallen sind, waren in einer Reihe von Polizeiinspektionen zuletzt deutlich mehr Polizisten im Dienst als zu Normalzeiten vor der Corona-Krise.

Gewerkschafter sind zufrieden

Die SPÖ-Polizeigewerkschafter machten dem Ärger schon am Montag Luft und protestierten, wie die "Wiener Zeitung"  berichtet hat, gegen eine Fortsetzung der Sperre. Bei der Aussprache am Dienstag zu Mittag wurde nun mit der Aufhebung der Urlaubssperre ab 1. Mai eine Lösung gefunden. Dies betrifft neu zu genehmigende Urlaube."Wir sind zufrieden", sagte SPÖ-Polizeigewerkschafter Hermann Greylinger nach dem Treffen.

Differenzen gibt es nach wie vor wegen des Angebots von Innenminister Nehammer, dass Polizeibeamte die Gesundheitsbehörden bei der Ausforschung der Infektionskette von Corona-Infizierten Unterstützung leisten. Die Gewerkschafter stehen neue Aufgaben skeptisch gegenüber.