In Österreich scheint der Höhepunkt des dramatischen Einbruchs auf dem Arbeitsmarkt wegen der Corona-Pandemie erreicht. Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) berichtete, dass am 13. April mit 588.205 Personen der bisherige Höhepunkt an Arbeitslosen und Schulungen erreicht worden sei. Am 27. April sank die Zahl leicht auf 572.025. Der Zulauf zur Kurzarbeit ist ebenfalls abgeflacht, aber stark. 1,2 Milionen Arbeitnehmer sind in Kurzarbeit. Die türkis-grüne Bundesregierung stockt die Mittel dafür nun auf zehn Miliarden Euro auf.


Aschbacher trat am Donnerstag mit Finanzminister Gernot Blümel und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (beide ÖVP) wegen des Arbeitsmarktes vor die Medien. Die Arbeitsministerin erinnerte daran, dass die Zahl der Beschäftigten vor der Corona-Krise bereits bei 3,8 Milionen Arbeitnehmern gelegen sei. Nach der Verhängung der Ausgangsbeschränkungen Mitte März kam es zum wirtschaftlichen Einbruch. Für die Kurzarbeit waren zunächst 400 Millionen Euro vorgesehnen. Inzwischen wurde die Summe dafür mehrfach erhöht und wird nun von sieben auf zehn Milliarden Euro nochmals angehoben. Mit Stand Donnerstag lagen rund 102.000 Anträge auf Kurzarbeit vor. 88.000 Anträge wurden inzwischen erledigt.

Finanzminister Blümel hob hervor, mit der Kurzarbeit komme ein europaweit einzigartiges Modell zum Einsatz, um Massenarbeitslosigkeit zu verhindern. Dennoch wurde im Zuge der Corona-Krise trotz 1,2 Millionen Menschen in Kurzarbeit auch eine Rekordarbeitslosigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg verzeichnet. Von den 572.025 Arbeitslosen mit Stand 27. April kamen laut Aschbacher "die mit Abstand meisten" aus Wien, nämlich 176.079. Nach Branchen aufgeschlüsselt war der Tourismus mit 114.000 Arbeitslosen am weitaus stärksten betroffen, am Bau waren es 45.000.

15 von 38 Milliarden Euro flossen für Hilfe

Der Finanzminister bekräftigte außerdem, dass zur Kontrolle und im Kampf gegen Missbräuche der Kurzarbeit die Finanzpolizei verstärkt im Einsatz sei: "Es gibt keine Toleranz, wenn sich jemand in dieser Krise an der Allgemeinheit bereichern will." Rund 600 Firmen seien bisher geprüft worden. Zeiten der Krise seien jedenfalls "keine Zeiten von rechtsfreien Räumen", sagte er.

Blümel zog auch beim Hilfspaket eine Zwischenbilanz. Von dem Mitte März angekündigten HIlfspaket in Höhe von 38 Millarden Euro seien bisher 15 Milliarden zur Erhaltung der Liquidität zur Verfügung gestellt worden, berichtete er. Das Volumen an Steuerstundungen liege bisher bei 4,5 Millarden Euro.