Die Direktoren sehen sich derzeit mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert: Die Kinder müssen in zwei Gruppen geteilt werden - nach Möglichkeit mit Berücksichtigung, dass Geschwisterkinder zur selben Zeit in der Schule sind -; die Klassenzimmer müssen für eine kleinere Zahl an Kindern vorbereitet werden; Hygienevoraussetzungen müssen geschaffen werden; bei Vorverlegung der Schulbeginnzeit muss dies mit der Polizei wegen der Schulwegsicherung abgeklärt werden, mit den Eltern sowieso.

Jetzt kommt eine neue Herausforderung hinzu: "Ja, Religionsunterricht findet als Präsenzunterricht wie im Stundenplan vorgesehen statt. Seitens des Bildungsministeriums wurde für die schrittweise Rückkehr in den Präsenzunterricht in den Schulen vorgegeben, dass der Unterricht stundenplanmäßig in allen Gegenständen stattfindet. Ausgenommen wurden aus hygienetechnischen Gründen zum Stand vom 4.5.2020 die Gegenstände Bewegung und Sport sowie Musikerziehung. Für den Religionsunterricht gibt es keine derartigen Gründe, weshalb er unter Berücksichtigung aller organisatorischen und hygienetechnischen Rahmenbedingungen zu organisieren ist." So steht es in einer Mitteilung des Schulamts der Erzdiözese an die Direktoren.

Platzmangel

"Das stellt die Schulen vor enorme Herausforderungen", klagt eine Direktorin der "Wiener Zeitung" ihr Leid. Denn Religion sei besonders kompliziert. Es gebe ja nicht nur römisch katholische, sondern auch evangelische Kinder und muslimische. Sie alle seien in unterschiedlichen Klassen - jetzt zusätzlich noch in unterschiedlichen Gruppen, die an unterschiedlichen Tagen in der Schule seien. Und am problematischsten sei die Tatsache, dass die Religionslehrer von Schule zu Schule wechseln - also nicht zu der geforderten Kontaktreduktion beitragen, sondern diese sogar noch erhöhen.

"Es fehlen jetzt schon die Räumlichkeiten und die Lehrer, um all den Erfordernissen gerecht zu werden. Religion verschärft das Problem noch", sagt die Direktorin einer Wiener Volksschule. In den höheren Ebenen fehle die Planung, diese werde auf die Direktoren abgewälzt.