Die Suche nach einem neuen Generaldirektor für die Statistik Austria dürfte abgeschlossen sein. Wie die Tageszeitungen "Presse" und "Standard" übereinstimmend berichten soll der Ökonom Tobias Thomas, Leiter des industrienahen Instituts EcoAustria, Nachfolger von Konrad Pesendorfer an der Spitze der Statistikbehörde nachfolgen. Die Position ist eine politisch überaus bedeutsame, da die bei der Statistik Austria zusammengetragenen Daten oft Grundlage für politische Entscheidungen sind.

Tobias Thomas - © Foto Weinwurm GmbH.
Tobias Thomas - © Foto Weinwurm GmbH.

Die Ausschreibung für den vakanten Posten wurde am 31. Jänner im "Amtsblatt zur Wiener Zeitung" veröffentlicht. Der Vertrag Pesendorfers, der zuvor im Kabinett des damaligen SPÖ-Kanzlers Werner Faymann arbeitete, war nicht verlängert worden, Pesendorfer schied daher mit Ende des Jahres aus. Die kaufmännische Generaldirektorin Gabriela Petrovic wurde indessen wiederbestellt. Eine offizielle Bestätigung aus dem Bundeskanzleramt gab es am Donnerstag nicht.

Seit drei Jahren bei EcoAustria

In einer parlamentarischen Anfragebeantwortung erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz Anfang April, dass er am 10. März eine Kommission für die Bewertung der Bewerbungen eingesetzt habe. "Ob und wann Hearings stattfinden, ist eine Entscheidung der Kommission", so Kurz damals. Die Entscheidung über den neuen Generaldirektor werde "entsprechend der darin geäußerten Empfehlungen von mir zeitnah getroffen", hieß es damals von Kurz

Der 45-jährige Deutsche Tobias Thomas ist seit 2017 Chef des Forschungsinstituts EcoAustria. Ein Gutteil des Jahresbudgets wird aus Mitteln des Finanzministeriums und der Industriellenvereinigung sowie von Unternehmen bestritten. Das Institut gilt daher als industrienahe. Thomas hat sich wissenschaftlich der Politischen Ökonomie sowie auch der Verhaltensökonomie verschrieben. Er hat außerordentliche Professuren an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf sowie der CEU in Budapest, die jüngst teilweise nach Wien übersiedelt ist. Laut seiner Biografie hat er zudem Forschungsaufenthalte unter anderem an der Columbia University in New York vorzuweisen.