Der Heimunterricht für Schüler seit Mitte März, der am Montag in den Pflichtschulen endet, führt zu weiteren Konsequenzen in den Schulen. Jene Schüler mit Schwierigkeiten in Deutsch, die Förderklassen besuchen, müssen die vorgeschriebenen Tests nicht mehr in den letzten Wochen dieses Schuljahres absolvieren, sondern erst zu Beginn des neuen Schuljahres 2020/21 im September. Diese Sonderregelung hat Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) nun in einer Verordnung festgelegt. SPÖ und Neos begrüßen diese Lösung.

Von der SPÖ und Vertretern von Bildungseinrichtungen ist bereits in den vergangenen Wochen die Forderung erhoben worden, die Deutschtests für betroffene Schüler heuer auszusetzen. Sie begründeten dies damit, dass gerade Schüler mit Schwierigkeiten in Deutsch dem Heimunterricht wegen der Corona-Beschränkungen schwerer folgen konnten. Mit der Verordnung reagiert der Bildungsminister auf diese Bedenken, Schüler aus Deutschförderklassen haben damit Zeit, sich länger auf den Test vorzubereiten.

Bei Antrag erfolgt Test noch im Juni

Allerdings ist die Verschiebung der Deutschtests auf den Beginn des neuen Schuljahres nicht verpflichtend. Denn die Verordnung sieht ausdrücklich die Möglichkeit vor, dass der Test noch im Juni in diesem Schuljahr abgehalten wird. Das muss aber entweder durch eine Lehrkraft oder durch einen Erziehungsberechtigten, also Mutter oder Vater, beantragt werden.

Während die Verordnung des Bildungsministers von SPÖ und Neos als Schritt in die richtige Richtung begrüßt wird, wird die Sonderregelung in den Schulen neue Herausforderungen bringen. Denn eine Verlegung der Deutschtests auf den Beginn des Schuljahres im September hat zur Folge, dass die Einteilung der Deutschförderklassen im neuen Schuljahr ebenfalls erst verspätet vorgenommen werden kann. Vor allem für die Schulleitungen bedeutet dies, dass gerade zum ohnehin fordernden Schulstart noch mehr Flexibilität verlangt wird.