Österreichs organisierte Atheisten kämpfen weiter um eine Eintragung als religiöse Bekenntnisgemeinschaft. Trotz Coronakrise dürfte das Verfahren beim Kultusamt weiterlaufen: Die Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich (ARG) hat nun ein Ersuchen mit Ergänzungsfragen zu ihrer "Religionspraxis" erhalten. Diese werde man "gerne beantworten", hieß es am Montag in einer Aussendung.

Die ARG hat Ende Dezember 2019 beim Kultusamt im Bundeskanzleramt die Eintragung als staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaft nach dem Bekenntnisgemeinschaftengesetz beantragt. Seitdem läuft ein Eintragungsverfahren. Dieses sei "in sehr spezieller Weise von der rechtlichen Abgrenzung zwischen Religion und Nicht-Religion geprägt", kommentierten die Atheisten ihr Ansinnen. Die Atheistische Religionsgesellschaft möchte laut eigener Aussage mit der Anerkennung "zu einer weltoffenen und weitblickenden Anwendung des geltenden Religionsrechts beitragen". Dies sei auch emotional eine Herausforderung. "Gleichzeitig ersuchen wir alle um die Bereitschaft, unser nun laufendes Eintragungsverfahren möglichst sachlich zu betrachten und dem Kultusamt das Vertrauen entgegenzubringen, dass es den Antrag schon ausreichend streng prüfen wird", hieß es weiter.

Fragen zur Religionspraxis

Die ergänzenden Fragen beziehen sich mehrheitlich auf die Treffen der Atheistischen Religionsgesellschaft. Das Kultusamt will etwa ganz konkret wissen: "Werden diese Treffen von einer bestimmten Person geleitet und müssen dafür Qualifikationen bestehen?" Dies sei der Fall, bestätigte die ARG: "Und zwar von einem Präsidiumsmitglied oder von einer Regionalen Kontaktperson der Atheistischen Religionsgesellschaft."

Die Atheisten freuen sich schon auf den nächsten Gesprächstermin im Kultusamt, der voraussichtlich im Juni stattfinden wird. Mit laut Eigenangaben aktuell 330 Mitgliedern ist die Atheistische Religionsgesellschaft die größte atheistische Organisation in Österreich. Sie vertritt "einen menschenfreundlichen humanistischen Atheismus". Die Mitgliedschaft ist kostenlos. (apa)