Die Ermittlungen um das Vorgehen der Tiroler Behörden nach dem Bekanntwerden von Corona-Infektionen im Skiort Ischgl im Paznauntal werden ausgeweitet. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat das Landeskriminalamt mit ergänzenden Erhebungen beauftragt, erklärte Thomas Willam, der stellvertretende Mediensprecher der Staatsanwaltschaft in der Tiroler Landesauptstadt am Mittwochvormittag der "Wiener Zeitung".

Die Polizei hat Anfang Mai einen 1000 Seiten dicken Zwischenbericht an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Es geht darum, ob Anfang März in Tirol nach Hinweisen auch aus Island auf Corona-Infektionen in Ischgl rechtzeitig Maßnahmen eingeleitet wurden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Das Land Tirol steht deswegen massiv unter Druck. Ischgl wurde auch in ausländischen Medien als Hotspot für die Verbreitung der Corona-Erkrankungen dargestellt samt Negativ-Werbung für den Tourismus.

Die Polizei hat umfangreiches Material für den Zwischenbericht zusammengetragen. Jetzt hat die Innsbrucker Staatsanwaltschaft im Wesentlichen die Beschaffung weiterer Unterlagen in Auftrag gegeben, wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft erläutert.

Auch Kommission untersucht

Der Untersuchungen in Tirol laufen auf zwei Ebenen. Auf der Justizebene sind nunmehr weitere  Ermittlungen im Gange. Daneben wurde vom Landtag eine eigene Untersuchungskommission zur Überprüfung der Vorgänge in der Causa Ischgl eingesetzt.