Die katholischen Bischöfe haben zu umfassenden Reformen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kirche aufgerufen. In einem gemeinsamen Hirtenwort zu Pfingsten sprechen sie sich für eine "geistvoll erneuerte Normalität" aus, die nach der Corona-Krise realisiert werden soll.

"Kein Kniefall vor der Regierung: Kardinal Schönborn.apa/Georg Hochmuth - © APA/GEORG HOCHMUTH
"Kein Kniefall vor der Regierung: Kardinal Schönborn.apa/Georg Hochmuth - © APA/GEORG HOCHMUTH

Die Bischöfe mahnen unter anderem eine konstruktive politische Debatte ein und verwehren sich gegen politische Gehässigkeiten und zunehmende Aggressionen. Ebenso nehmen sie jene Menschen in den Blick, die durch die Corona-Krise in die Armut abzugleiten drohen oder wegen der Beschränkungen an psychischen Folgen leiden. Auch eine Debatte um einen "armutsfesten Sozialstaat" und ein einkommensunabhängiges Grundeinkommens wird gefordert. Solidarität dürfe zudem nicht an den Landesgrenzen Halt machen. Sie kritisieren etwa das "Virus nationalistischer Kleinstaaterei" und fordern die Regierung auf, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

Auch neue Ansätze einer sozial- und klimaverträglichen Wirtschaft, die nicht nur auf Wachstum und grenzenlosem Konsum aufbaut, wollen die Bischöfe sehen und warnen zugleich davor, den freien Sonntag aufzugeben.

Zur kirchlichen Krisenbewältigung merkte Christoph Kardinal Schönborn (Bild) an, dies sei kein "Kniefall vor der Regierung" gewesen, sondern "getragen von der gemeinsamen Verantwortung für das Wohl unseres Landes".•