Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Schulen ist mit nächsten Mittwoch, den 3. Juni, beendet. Das ist auch der Tag der Rückkehr aus den Pfingstferien. Im Grunde bedeutet das: Die Maskenpflicht fällt sofort. Das erklärte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Samstag. Und: "Es darf wieder gesungen werden. Das ist auch eine gute Nachricht."

Konkret bleiben aber Stundenpläne, "Schichtbetrieb" und Abstandsregeln aufrecht. Der Turnunterricht wird auf freiwilliger Basis am Nachmittag ermöglicht. Und Singen ist im Unterricht wieder erlaubt.

In Skandinavien hätten die zum Teil vor Österreich vorgenommenen Öffnungen der Schulen keine Erhöhung der Corona-Infektionszahlen gebracht, begründete Faßmann. Auch an den "großen" Infektionsfällen der vergangenen Wochen wie den Postverteilungszentren in Wien und Niederösterreich oder dem Baptisten-Gottesdienst in Frankfurt seien keine Schulen beteiligt gewesen. "Kinder können angesteckt sein, aber sie spreaden nicht", so Faßmann.

Turnunterricht kann neuerdings schulautonom am Nachmittag an den regulären Unterricht angehängt werden. Für die Schüler ist die Teilnahme freiwillig, das Pflichtfach Bewegung und Sport bleibt ausgesetzt.

Es soll als "Ergänzungsunterricht" stattfinden. Es ist ein freiwilliger Unterricht - für jene, die keine Angst vor dem Virus haben. "Der Sport kehrt ganz offiziell in die Schulen zurück."

Turnen ja, aber nicht die kontaktintensiven Sportarten

Beim Turnunterricht gelten die vom Gesundheitsministerium für den Breitensport erarbeiteten Vorgaben. Bei der Umsetzung vertraut Faßmann auf die Lehrer: Sicher möglich seien etwa wenig körperbetonter Basketball, Völkerball oder Leichtathletik, ausgeschlossen kontaktintensivere Sportarten.

Generell werde der Sportunterricht aber eher draußen stattfinden, so der Minister und die Direktorin des Wiener Realgymnasiums auf der Schottenbastei, Cornelia Arnold. Turnsäle seien vielfach zu Klassenzimmern umfunktioniert worden, zum Teil werde dort Betreuung angeboten.

Das kommende Schuljahr soll nach den derzeitigen Plänen ohne Einschränkungen normal beginnen. Davor soll es noch das Angebot einer Sommerschule für bestimmte Schülergruppen geben.

In den nächsten vier Wochen bleibe man dem Schichtbetrieb treu, meint Faßmann. Keep it simple: Man solle nicht Kindern, Eltern und Lehrern alle zwei Wochen neue Vorgaben machen.

"Mit ein bisschen Kreativität geht sich auch ein gemeinsamens Abschlussfoto aus", meint Faßmann. Mit gebotenem Abstand, versteht sich. Ebenfalls möglich sein sollen Veranstaltungen zum Schulschluss wie etwa Maturafeiern oder Abschlussfeste.

Die Bundesregierung hatte bekanntlich am Freitag Lockerungsschritte der Corona-Maßnahmen ab 15. Juni bekannt gegeben. Die Sperrstunde in der Gastronomie wird auf 1.00 Uhr verlegt, außerdem fällt das Vier-Personen-Limit. Die Maskenpflicht soll nur noch in drei Bereichen gelten, gab Kurz in einer Pressekonferenz bekannt.

Masken sollen dann nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Gesundheitsbereich inklusive der Apotheken sowie bei Dienstleistungen getragen werden, wo der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann, beispielsweise beim Friseur oder von Mitarbeitern in der Gastronomie.