Nach den Corona-Fällen in den Postverteilzentren in Hagenbrunn in Niederösterreich und in Wien-Inzersdorf sorgen nun die Fälle in einem österreichischen Amazon-Verteilzentrum für erhöhte Aufmerksamkeit. Die Auswertung der bei der Belegschaft sowie im Umfeld des Amazon-Verteilzentrums in Großebersdorf (Bezirk Mistelbach) durchgeführten Coronavirus-Tests hat am Pfiingsmontag keine weiteren Infizierten zutage gebracht, womit es bei acht Fällen blieb. Von 21 der insgesamt 1009 Untersuchungen war das Ergebnis noch ausständig, hieß es aus dem Büro von NIederösterreichs Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ).

Damit blieb es vorerst bei acht Infizierten im niederösterreichischen Verteilzentrum des Internet-Riesen. Die Fälle waren allesamt am Sonntag bekannt geworden. Bei den Infizierten handelt es sich um Personen, die in Wien gemeldet sind, wodurch die Kompetenz für den Erlass von Absonderungs- bzw. Quarantänemaßnahmen bei der Bundeshauptstadt liege.

150 Arbeitsprozesse wurden umgestellt

Das Unternehmen reagierte auf die Fälle, indem in Großebersdorf mittlerweile mehr als 150 Arbeitsprozesse umgestellt und Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter ergriffen worden seien. Gesetzt werde nunmehr verstärkt auf Reinigung, Temperaturmessung beim Betreten des Gebäudes, Gesichtsschutz oder Desinfektionsmittel.

In Summe war die Situation in Großebersdorf bisher weit weniger ausufernd, als dies bei den Wien-Niederösterreich-Cluster mit zwei Post-Standorten der Fall war: Im Postzentrum in Wien-Inzersdorf und dem Logistikzentrum im niederösterreichischen Hagenbrunn (Bezirk Korneuburg) waren Dutzende Beschäftigte erkrankt bzw. sind noch krank. Allein bei den Fällen mit Wien-Wohnsitz wurden in Inzersdorf 72 Infizierte und in Hagenbrunn 66 Infizierte registriert.

An beiden Standorten waren insgesamt circa 300 weitere Mitarbeiter unter Quarantäne, da sie als Kontaktpersonen gegolten haben. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, hat das Bundesheer ab Mitte des Vormonats an beiden Post-Standorten die Arbeit übernommen. Am vergangenen Samstag endete im Postverteilerzentrum Hagenbrunn dann der Unterstützungs-Einsatz des Bundesheeres. Ab dem 21. Mai versahen im Postzentrum Inzersdorf, das sich im Liesinger Industriegebiet befindet, rund 250 Soldaten und Zivilbedienstete des Bundesheeres ihren Dienst.

Zurück zum Regelbetrieb bei Postpaket-Verteilung

Anfang Juni soll die Paketverteilung der Post in Ostösterreich wieder in den Regelbetrieb übergehen, hieß es von der Post am Wochenende. . Personalfirmen würden weiterhin "bei absoluten Spitzenzeiten" zur Verstärkung eingesetzt. Weiterhin werde - so wie in allen Logistikzentren - vor dem Betreten des Gebäudes in Hagenbrunn die Körpertemperatur der Beschäftigten gemessen. Zusätzlich werden bis auf Weiteres wöchentliche außerdem Tests durchgeführt, um die Entwicklungen engmaschig zu überwachen. (apa)