Bildungsminister Heinz Faßmann sieht sich mit neuem Unmut von Gewerkschaft und Schuldirektoren konfrontiert. Nach der am Freitag offiziell erfolgten Ankündigung von Sommerschulen für Schüler mit Deutschschwächen in den letzten beiden Sommerferienwochen ab 24. August drehen jetzt bundesweit SPÖ-Lehrergewerkschafter den Spieß um. In einem der "Wiener Zeitung" vorliegenden Brief an Faßmann verlangen sie von diesem ultimativ mehr Personal für das neue Schuljahr 2020/21. In Schulen sorgt gleichzeitig die Umsetzung der Sommerschulen für neue Irritationen.

Die SPÖ-Gewerkschafter nehmen in ihrem Schreiben an Faßmann Bezug auf die geplanten Sommerschulen. Der Bildungsminister hat in einer Information an die Schulen appelliert, er hoffe dabei einmal mehr auf die Schulen und Lehrer als Partner "zählen zu können". Das solidarische Engagement sei zuletzt vom Minister im laufenden Semester mit Anliegen voller "unfreiwilliger Freiwilligkeit" bereits ausgereizt worden, beklagen die roten Lehrergewerkschafter.
Gründe dafür sind unter anderen die freiwillige Betreuung in den Osterferien, die Belastung während des Corona-Heimunterrichts und vor allem der vom Ministerium nachdrücklich empfohlene "freiwillige" Unterricht an zwei Freitag-Fenstertagen, darunter diese Woche nach Fronleichnam.

Sie nehmen nun Faßmann selbst in die Pflicht . Es sei nun "an der Zeit unsererseits von Ihnen Kreativität und konstruktive Kooperation mit den Schulen einfordern", heißt es in dem Brief an den Bildungsminister. Daran schließen als Hauptforderungen die Umsetzung der Doppelbesetzung in der Schuleingangsphase, eine aministrative Entlastung der Pflichtschulen und pädagogisches Supportpersonal. Er solle für das kommende Schuljahr ausreichend Ressourcen zur Verfügung stellen.

Schuldirektoren müssen in den Ferien anwesend sein

Die inzwischen an die Schulen ausgeschickten Informationen zu den Sommerschulen, für die die Anmeldungen der Eltern ab nun bis Mitte Juni laufen, führen zu neuer Verärgerung - insbesondere bei den Schulleitungen. Während bei der Pressekonferenz  die Freiwilligkeit der Aktion von Faßmann betont wurde, stellt sich nun heraus, dass Schuldirektoren während der zwei Wochen der Sommerschule verpflichtend anwesend sein müssen. Schuldirektoren könnten allerdings diese Verantwortung an eine Stellvertretung übertragen und eine Lehrperson mit der Durchführung betrauen.

Während bei der Pressekonferenz der "Unterricht" in der Sommerschule durch Lehramtssstudenten im Vordergrund stand, heißt es nun in den Informationen an die Schulleitungen, an der Sommerschule werde von Pädagoginnen und Lehramtsstudenten unterrichtet. Und weiter: "An jeder Sommerschule muss zumindest ein(e) Pädagoge/in mitwirken." Damit muss eine Lehrperson jedenfalls verpflichtend dabei sein. Darüber hinaus könnten sich auch pensionierte Lehrer "als Lehrkraft einbringen".

Konsequenzen beim Schwänzen

Für einmal von den Eltern angemeldete Schüler besteht in der Sommerschule Anwesenheitspflicht. Schwänzen hat die gleichen Folgen wie im regulären Unterricht - beginnend von der Einladung der Eltern zu einem Gespräch.