Die ab dem Schuljahr 2021/21 von Bildungsminister Heinz Faßmann vorgesehene Einführung des Ethikunterrichts an Österreichs Schulen lässt ohnehin seit langem die Wogen hochgehen. Nach dem Gesetzesentwurf des Bildungsministers, der noch bis 3. Juli in Begutachtung ist, sollen alle Schüler, die nicht am regulären Religionsunterricht teilnehmen, den neuen Lehrgegenstand Ethik absolvieren müssen. Dagegen regt sich Widerstand. Jetzt kommt allerdings eine neue Facette in die Debatte: von Seiten der Beamtengewerkschaft, zu der auch die Lehrervertreter gehören, wird verlangt, dass Religion in den Berufsschulen in allen Bundesländern zum Pflichtfach wird.

Derzeit wird der konfessionelle Religionsunterricht nur in zwei Bundesländern als Pflichtgegenstand in den Berufsschulen geführt. Das sind die Bundesländer Tirol und Vorarlberg. In einer Stellungnahme zu dem Gesetzesentwurf des Bildungsministers für den Ethikunterricht, fordern der Lehrervertreter an den Berufsschulen eine entsprechende Änderung. Religion müsse demnach an den Berufsschulen in allen Bundesländern Pflichtgegenstand werden. Derzeit gibt es nur das Angebot als Freigegentand.

"Gleichberechtigung" in allen Bundesländern

Im Sinne der "Gleichberechtigung" ller Schülerinnen und Schüler fordere man eine Gleichstellung durch die generelle Einführung als Pflichtfach, argumentieren die Lehrergewerkschaft und wenden sich damit an Faßmann. Weiters wird betont: "Für alle anderen Schülerinnen und Schüler (ohne Religionsbekenntnis, Anhänger religiöser Bekenntnisgemeinschaften oder vom Religionsunterricht Abgemeldete) soll analog dem vorliegenden Entwurf der Pflichtgegenstand Ethik angeboten werden."

Über alle Pädagogischen Hochschulen in Österreich solle außerdem sichergestellt werden, dass ausreichend Ausbildungsangebote in Form von Lehrgängen für den Gegenstand Ethik angeboten werden. Das empfiehlt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Berufsschullehrer, Andreas Mascher.