Ein neuerlicher Bericht der Wiener Zeitung über den zweiten Teil des Familienhärteausgleichs veranlasste das Familien- und Arbeitsministerium zu einer Klarstellung: Für die Auszahlung wird - anders als bei jenem für Familien, wo die Eltern nach dem 28. April arbeitslos wurden - laut Richtlinie nun kein Antrag notwendig sein. "Das Ziel von Ministerin Christine Aschbacher ist es, dass die Auszahlung ab Juli automatisiert erfolgt", heißt es aus dem Ministerium. Außerdem werden die Leistungen des Härteausgleichs zusätzlich zum von der Regierung bei der Klausur angekündigten Familienbonus über 360 Euro ausbezahlt. Befürchtungen, dass der Familienhärteausgleich wegen des Bonus entfallen könnte, sind damit zerstreut.

Auszahlung an alle ab Juli

Das bedeutet für jene, die bereits vor dem 28. Februar arbeitslos waren oder Notstandshilfe bezogen, dass sie laut Gesetz vom 5. Mai ab Juli drei Mal 50 Euro pro Kind und Monat als Familienhärteausgleich "zur Bewältigung von Mehraufwendungen aufgrund der Pandemiefolgen erhalten", wie im Gesetz vermerkt ist.

Für Familien mit Sozialhilfe oder Mindestsicherungsbezug, die im Gesetz extra erwähnt sind, ist laut auf Bundesebene für diese Leistungen zuständigem Sozialministerium das gleiche geplant: "Die Richtlinie sieht eine amtswegige Auszahlung mit einer laufenden Monatsleistung vor", heißt es von Seiten dieses Ministeriums. Das bedeutet, auch für diese Gruppe wird kein Antrag notwendig sein, sondern der Familienhärteausgleich wird mit der Sozialhilfe oder Mindestsicherung  durch die zuständigen Bundesländer-Behörden ausbezahlt. Ein Gegenrechnen mit den laufenden Leistungen schließt das Gesetz übrigens bereits aus. Die Länder haben demnach "sicherzustellen", dass "ausbezahlte Mittel nicht auf andere Leistungen der Sozialhilfe oder Mindestsicherung angerechnet" werden.