Im Vorjahr verzeichnete die Meldestelle "Stopline" 9106 Meldungen zu sexuellem Missbrauch unmündiger Minderjähriger und zu NS-Inhalten im Internet. Damit befinde man sich auf hohem Niveau, sagte Barbara Schloßbauer, Projektleiterin von "Stopline".

Die Meldestelle gibt es seit 22 Jahren und wurde von den Internet Service Providern Austria (Ispa) gegründet, wie Schloßbauer und Ispa-Generalsekretär Maximilian Schubert am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz erläuterten. "Stopline" dient der Meldung von Inhalten sexuellen Missbrauchs unmündiger Minderjähriger (Paragraf 207a Strafgesetzbuch) und nationalsozialistischer Wiederbetätigung (Verbotsgesetz) im Internet. Der Meldungseingang sei jedes Jahr kontinuierlich angestiegen, sagte Schloßbauer. Insgesamt gab es bisher rund 95.000 Meldungen, von denen 21.000 strafbar waren.

2019 gingen pro Monat durchschnittlich rund 750 Meldungen ein. Auffällig war eine deutliche Verschiebung zu Hinweisen über NS-Inhalte.

Niederlande führen in der Statistik

Nach wie vor ist Österreich als Hostingplatz für strafbare Inhalte ausgesprochen unattraktiv, konzedierte Schubert. "Das war nicht immer so, das haben wir uns erarbeitet. Wenn kriminelle Inhalte gefunden werden, werden sie umgehend entfernt, und das nicht innerhalb von Tagen, sondern im Regelfall innerhalb von Stunden." Im Vorjahr betrafen drei Meldungen in Österreich gehostete Inhalte, alle drei wurden wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger getätigt.

Über den Dachverband der Internethotlines weltweit wurden im Ausland gehostete Inhalte weitergemeldet. Und da ist festzustellen, dass mehr als 55 Prozent der Meldungen bei "Stopline" Inhalte in den Niederlanden betrafen. Die Niederländer haben bei den sie betreffenden Meldungen auf strafbare Inhalte den langjährigen Spitzenreiter USA mittlerweile weit abgehängt. 36,3 Prozent der Meldungen bei "Stopline" betrafen die Vereinigten Staaten. An dritter Stelle lag Russland mit nur mehr 2,4 Prozent.