Wegen fehlender Hausärzte vor allem in ländlichen Regionen schrillen in Österreich bei Bundes- und Landespolitikern, Bürgermeistern und Sozialversicherungsvertretern seit längerem die Alarmglocken. Vom Obmann der Gesundheitskasse, Andreas Huss, der mit 1. Juli diese Funktion für ein halbes Jahr übernommen hat, kommt jetzt ein neuer Vorschlag. Um das Studium attraktiver zu machen, soll es an den Medizin-Universitäten eine eigene Schiene für Allgemeinmediziner geben. Sie sollen nicht mit anderen Bewerbern um nicht einmal 2000 Medizinstudienplätzen konkurrieren müssen.

Im Gegenzug müssten sich diese Studenten, die Allgemeinmediziner werden wollen, zu einem längeren Verbleib als Hausarzt verpflichten. Diese Verpflichtung müsse zumindest für zehn Jahren gelten.

Die Gesundheitskasse und der nun von den roten Arbeitnehmervertretern gestellte Obmann sehen diese Verstärkung bei der Medizinerausbildung als den ersten von sieben Punkten, die in den kommenden fünf Jahren umgesetzt werden sollen. Dazu zählt etwa der Schwerpunkt auf Verhandlungen und Honoraren bei Hausärzten oder der Ausbau der Psychotherapie.

Für Huss ist die Tätigkeit des Hausarztes die "Königsdisziplin" der medizinischen Versorgung, wie er bei seiner Antrittspressekonferenz sagte.

In der Vergangenheit haben Bundesländer, etwa Niederösterreich, die Verdoppelung der Medizin-Uniplätze gefordert, um mehr Nachwuchs an Allgemeinmedizinern zu bekommen.